Hilfe zur Selbsthilfe für Menschen in Uganda – Unterstützung auch aus der Region

Ziegen sichern das Leben

Unterstützung für Uganda: Der Kirchheimer Carl-Gerold Mende engagiert sich beim Projekt „Schenke eine Ziege“ für Menschen in Uganda. Unser Bild zeigt ihn mit einem Fotokalender, mit dessen Verkauf der Verein seine Kosten in Deutschland finanziert

Hersfeld-Rotenburg. Im November wurde der Seecontainer vom Bad Hersfelder Logistiker DM-Service auf die Reise geschickt, dieser Tage soll er in Rweshororo im ostafrikanischen Uganda ankommen.

Beladen ist der Transportbehälter mit Solarmodulen, einer Saatgutreinigungsmaschine, Schultafeln, Flip-Charts, Büchern und weiteren Hilfsgütern, berichtet der Kirchheimer Carl-Gerold Mende, Vorstandsmitglied der Hilfsorganisation „Schenke eine Ziege“.

Der gemeinnützige Verein setzt sich gemeinsam mit der afrikanischen Partnerorganisation „Give a Goat“ für eine Verbesserung der Lebensbedingungen in Uganda ein. Nahe Kasese, einer Stadt im Südwesten Ugandas mit 74 300 Einwohnern, hat der Verein eine Ziegenfarm aufgebaut, die trächtige Ziegen an bedürftige Familien ausgibt.

Dahinter steckt die Idee der Hilfe zur Selbsthilfe: Die Familien sollen sich eine eigene Ziegenzucht aufbauen und damit ihr Einkommen erwirtschaften. Nach zwei Jahren muss jede Familie ein Zicklein an die Farm abgeben, um den Fortbestand zu sichern. Dazu gehören regelmäßige Schulungen zum Thema Tierhaltung, Hygiene, Aids-Prävention und Landwirtschaft.

Schule und Krankenstation

„Mittlerweile sind die Aktivitäten des Projektes aber vielfältiger“, so Mende. So habe der Verein inzwischen auch eine Schule und ein Gesundheitszentrum aufgebaut. Strom für eben jene Krankenstation sollen auch die von der Firma Solarworld gespendeten Solarmodule liefern, die nach der Ankunft in Mombasa etwa zwei Wochen auf dem Landweg transportiert werden müssen.

Unterstützung beim Versand leistete der Bad Hersfelder Logistiker DM Services, der das Hilfsprojekt seit 2012 unterstützt. DM stellte die Lagerkapazitäten zur Verfügung und sammelte die Sachspenden über ein Jahr. Für das Beladen des Containers opferte die Belegschaft sogar ihre Mittagspause.

„Ich wollte meine beruflichen Kenntnisse nutzen, um etwas zu tun“, erklärt der selbständige Unternehmensberater. Mende, dessen Vater einst Bürgermeister in Bebra war, arbeitete in der Logistikbranche, unter anderem als Geschäftsführer von General Parcel sowie als Vorstandsmitglied der britischen und österreichischen Post. „Außerdem gefällt mir die Idee, dass wirklich jeder Spenden-Euro in Afrika ankommt“, berichtet Mende, der in seiner Heimatgemeinde Erster Beigeordneter ist.

Denn alle in Deutschland entstehenden Kosten, etwa auch die für Flüge und Transporte, würden entweder von Mitgliedern selbst getragen, oder durch den Verkauf von Werbematerialien erwirtschaftet, hauptsächlich durch Fotokalender mit Motiven aus Uganda, erläutert Mende.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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