Familie Post hat vier Waschbärbabys gerettet und sucht nun nach einer Lösung

Wilde Kreaturen

Lecker, Rosinen: Gleich vier „adoptierte“ Waschbären machen den Garten der Familie Post unsicher. Fotos: Maaz

Niederaula. Bei Familie Post in Niederaula sind die Waschbären los. Gleich vier Jungtiere tollen wild durch den Garten, klettern die Obstbäume hoch und plantschen im kleinen Wasserbecken. Doch die schwarz-weißen Tiere sind nicht etwa ungebetene Gäste. Michaela und Thomas Post haben die Kleinbären mehr oder weniger freiwillig „adoptiert“.

Die Waschbärjungen waren Anfang Mai bei der Renovierung einer Gartenhütte aus der Zwischendecke gefallen und sollten ertränkt werden. Das brachte der Schwiegervater von Michaela Post, der bei dem Fund dabei war, jedoch nicht übers Herz. Er brachte die vier Waschbärbabys – drei Männchen (Rüden) und ein Weibchen (Fähe) – zu seiner Schwiegertochter und die konnte beim Anblick der etwa drei Wochen alten Tiere einfach nicht widerstehen. „Die waren so klein und hilflos, zwei hatten noch die Augen zu. Ich habe es nicht übers Herz gebracht, nein zu sagen“, sagt Michaela Post.

Michaela Post mit einem der etwas über zwei Monaten alten und zutraulichen Waschbären.

Sie ging mit den Waschbären zum Tierarzt, erkundigte sich nach notwendigen Impfungen und Kastrationen. Auch bei Wildparks und einer Auffangstation rief Michaela Post an, doch die hatten selbst schon genug Tiere, auch Waschbären. „Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht, dass diese kleinen Dinger hier in Hessen ja eine Plage sind und sie niemand haben will“, gibt die Bärchen-Mama zu.
Dass die Posts äußerst tierlieb sind, wird bei einem Besuch schnell klar: Mehrere Kaninchen und Meerschweinchen sind in einem Gehege im Garten untergebracht, drei große Hunde gehören ebenfalls zur Familie. Die Waschbären leben derzeit in einer Frettchenvoliere mitten im Wohnzimmer, die meiste Zeit über dürfen sie allerdings im großen Garten der Posts herumtollen. Dabei bleiben die Waschbären trotzdem immer in der Nähe ihrer Menschen-Familie.

Da die Tiere schnell größer werden, muss nun bald ein neuer Unterschlupf her. Im Garten unter dem Baumhaus wollen Michaela und Thomas Post einen Verschlag bauen, doch auch der wird schnell wieder zu klein werden, so viel ist klar. „Ausgewachsene Tiere bräuchten zu zweit 25 Quadratmeter“, so Post. Waschbären privat zu halten sei zwar erlaubt, aber an strange Auflagen gebunden. Über die Aufzucht und das Verhalten von Waschbären hat sich Michaela Post ausführlich im Internet informiert.

Videobericht

Wie Kleinkinder werden die Waschbären noch mit der Flasche und Hundeaufzugsmilch gefüttert. Da hilft auch der neunjährige Sohn Max gerne mit. Ansonsten fressen die Tiere mittlerweile auch Trockenfutter für Hunde, Rosinen oder Kartoffeln stehen ebenso auf dem Speiseplan.

So niedlich die Tiere auch sind, behalten wollen Michaela und Thomas Post sie eigentlich nicht. Sie hoffen weiterhin, dass sich ein Zoo, Tierpark oder Wildgehege findet, in dem die Waschbären untergebracht werden können.

Familie Post ist unter Telefon 06625/8514 zu erreichen.

Von Nadine Maaz

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