Initiative von Breitenbacher Einwohnern will Windkraft auf Gibgeskuppe verhindern

Widerstand formiert sich

Großes Interesse: Zahlreiche Breitenbacher waren zur Informationsveranstaltung ins Bürgerhaus gekommen. Foto: Eisenberg

Breitenbach/H. Gut eineinhalb Jahre, nachdem die Grünwerke Düsseldorf ihre Pläne für fünf Windkraftanlagen auf der Gibgeskuppe bei Breitenbach öffentlich gemacht haben, formiert sich verstärkter Widerstand.

Eine Informationsveranstaltung am Mittwochabend im Breitenbacher Bürgerhaus, zu der eine Initiative von Einwohnern eingeladen hatte, verzeichnete regen Zuspruch. Die Moderation hatte Arne Vetter übernommen. Der 36-jährige Familienvater lebt auf dem Gibgeshof und damit nur rund 650 Meter von den geplanten Anlagen entfernt. Das Regierungspräsidium Kassel gebe sich alle Mühe, auf seiner Internetseite die Möglichkeiten zur Stellungnahme zu verstecken, bemängelte Vetter. Der Zusammenschluss der Bürger – eine Bürgerinitiative sei noch nicht gegründet – habe deshalb eine Resolution formuliert und werde Unterschriften sammeln. Darin wird unter anderem auf Natur- und Landschaftsschutz, den geringen Abstand zu den Bewohnern, aber auch Lärm sowie Infraschall und damit mögliche Gesundheitsfolgen abgehoben. „Möglichst viele Bürger sollten zudem ihre eigenen Stellungnahmen abgeben. Dabei darf man ruhig deutliche Worte finden“, riet Vetter.

Unternehmen will Gas geben

Die Grünwerke Düsseldorf hätten seinerzeit angekündigt, das Projekt nicht gegen den Widerstand der Bevölkerung durchzusetzen. Mit diesem Versprechen könne es offenbar nicht weit her sein.

Laut Bürgermeister Volker Jaritz wolle das Unternehmen nun Gas geben. Mit einem Antrag auf Planung rechnet der Rathauschef in etwa vier bis sechs Wochen.

Als Gastredner hatten die Organisatoren Mario Klotsche, FDP-Politiker und Vertreter der Initiative Vernunftkraft Osthessen eingeladen, der zum Rundumschlag gegen die erneuerbaren Energien ausholte und dabei mit fehlender Speichertechnologie, nicht eingetretenen CO2-Einsparungen sowie Arbeitsplatzabbau und Insolvenzen in der Solarbranche argumentierte.

Jörg Clar aus Hofbieber, ebenfalls Sprecher der Initiative Vernunftkraft, berichtete, dass bürgerliches Engagement durchaus erfolgreich sein könne: In seiner Heimatgemeinde sei die Zahl der geplanten Anlagen durch Einwände von sieben auf drei reduziert worden. Gegen diese laufe ein Verfahren. Ziel von Vernunftkraft Osthessen sei es, die Arbeit der Bürgerinitiativen zu bündeln.

Helge Rüffer skizzierte mögliche Gesundheitsgefahren durch Windräder. Neben dem Infraschall und Lärm sei auch ein Anlagenbrand nicht zu kontrollieren. Zudem sah er die Gefahr, dass der Gibgeshof durch herabfallende Rotorenteile oder Eisschlag in Mitleidenschaft gezogen werde.

Professor Rolf Bothe aus Oberjossa zitierte aus seinem Briefwechsel mit Ministerpräsident Volker Bouffier: Dem sei es ein besonderes Anliegen, Eingriffe in die Landschaft so behutsam wie möglich zu gestalten. „Das ist fast wie Kabarett“, kommentierte der Kunsthistoriker.

Von Jan-Christoph Eisenberg

Kommentare