Koch-Duell Niederaula-Kirchheim: Zwei Sieger, leere Pfannen und voller Spendentopf

Wettstreit unter Nachbarn

NIEDERAULA/Kirchheim. „Wir haben schon fast 40 Teilnehmer und Kirchheim erst acht“, verkündet Lydia Wagner. Es ist 12.20 Uhr. Gerade hat die Ortsjugendpflegerin von ihrer Kollegin Andrea Ide aus Kirchheim den Zwischenstand des ersten Koch-Duells Niederaula-Kirchheim erfahren. Die beiden hatten den Wettstreit der Nachbargemeinden um die meisten Teilnehmer und das leckerste Risotto organisiert.

Doch während Niederaula bei den Teilnehmern deutlich vorne lag, siegte Kirchheim beim Geschmackstest. Außerdem sammelte die Kinder-Gitarrengruppe mit fröhlicher Tafelmusik und selbst gemalten Dankeschön-Karten 310 Euro für die Flutopfer.

Immer neue Zutaten

Der Duft von gedünsteten Zwiebeln, Paprika, Zucchini und Möhren lockt einige Neugierige vom Eulenmarkt herüber zum alten Sportlerheim. Koch Jörg Heil brät in einer riesigen Pfanne gewürfelte Tomaten, Auberginen und Würstchen an, daneben rührt sein Helfer Uwe Seel in einer zweiten Pfanne das Risotto um und verteilt die ersten Portionen auf die Teller. Pünktlich um 12 Uhr standen die ersten Teilnehmer mit eigenem Teller, Besteck und einer Zutat in Niederaula am Festplatz, um ihren Ort zu unterstützen. Die neue Zutat landet sofort unter den Messern der vier jungen Damen, die den Männern am Herd zuarbeiten. „Den Reis hat uns Rewe gesponsert und die Küche des Altenheims hat ihn für uns vorgekocht“, freut sich Lydia Wagner. Sie ist, genau wie Andrea Ide in Kirchheim, dankbar für die vielen freiwilligen Unterstützer.

Vor der Jury stehen Besucher Schlange, um sich registrieren zu lassen. Jörg Keileweit drückt jedem einen kleinen Stempel auf die Hand, Loreen Friedrich und Amelie Ewald führen Strichlisten. Immer neue Gäste lassen sich registrieren und pro bieren das sich ständig verändernde Risotto. Erbsen, Apfel, gehobelter Käse und Curry finden ihren Weg in die Pfanne und mit jeder Beigabe muss neu abgeschmeckt werden. Eine Herausforderung, die Profikoch Heil locker meistert, immer wieder stehen die Teilnehmer in Niederaula für weitere Kostproben an.

Gleichzeitig kümmert sich im Kirchheimer Bürgerhaus Christoph Führer, Küchenchef im Motel Roadhouse, mit zwei Kolleginnen um das Risotto. Auch hier registriert die dreiköpfige Jury jeden Gast. Gegen 13.30 Uhr bekommen Pfarrerin Melanie Hetzer, Erster Beigeordneter Carl-Gerold Mende und Christa Klotzbach eine Portion Risotto aus Niederaula auf ihre Teller, parallel dazu kostet die Niederaulaer Jury das Gericht der Kirchheimer Mannschaft. Bewertet wird der Geschmack mit Punkten von 1 bis 10 und um 14 Uhr steht das Ergebnis fest: Knapp liegt Kirchheim mit sechs Punkten einen Zähler vor Niederaula.

„Wenigstens haben wir den Geschmackstest gewonnen“, tröstet sich die Kirchheimer Ortsjugendpflegerin angesichts der dortigen 27 Teilnehmer. Unterdessen jubeln in Niederaula Jury und Helfer über die Siegerurkunden für ihre 93 Gäste.

Von Dagmar Urban

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