Feuerwehrübung in Hatterode zeigte Schwächen des Wassernetzes auf

Wenn Hydranten streiken

Wasser Marsch: Zwei Feuerwehrleute halten den Wasserstrahl auf eine Böschung beim Jossastübchen. Bei der Alarmübung gab es Probleme mit den Hydranten. Die Jossa sorgte für Ersatz.

Hatterode. Es war auf den ersten Blick eine unspektakuläre Übung, die die Feuerwehren der Gemeinde Breitenbach am Herzberg in Hatterode zu bewältigen hatten: Ein Brand im Jossastübchen, einer Grillhütte oberhalb des Dorfes, das am Wochenende den Feuerwehrtag der Gemeinde ausrichtete. Doch der Transport des Löschwassers gut 400 Meter den Berg hinauf hatte so seine Tücken. Unter anderem gab es Probleme mit dem Hydranten-System.

Die Versorgung mit Löschwasser aus dem öffentlichen Wassernetz brach fast zusammen, als die Rettungskräfte nacheinander zwei Hydranten anzapften. Auch nachdem ein Ventil wieder geschlossen war, verbesserte sich die Lage nicht. Abhilfe lieferte die Jossa. „Bei größeren Bränden holen wir generell Wasser aus offenen Gewässern, auch wenn die Abnahme am Hydranten klappt“, erklärt Gemeindebrandinspektor Markus Wettlaufer.

Der Feuerwehrchef sieht dennoch Handlungsbedarf. Die Gemeinde müsse prüfen, ob Verkrustungen in den Wasserrohren Schuld an dem Ausfall gewesen seien. Bürgermeister Volker Jaritz kündigte daraufhin an, die Durchflussmengen aller Hydranten in der Gemeinde testen zu lassen. Das Geld dafür solle im nächsten Haushalt eingeplant werden, sagte Jaritz gegenüber unserer Zeitung.

Willi Rausch wohnt in Hatterode. Der Gas- und Wassermeister hielt 18 Jahre das Wassernetz der Stadt Bad Hersfeld in Schuss. Die Unterwelten seines Heimatdorfes kennt er ebenfalls. Seiner Meinung nach könnte das Problem auch mit der Struktur des Hatteröder Wassernetzes zu tun haben. Wie in vielen Dörfern werden die Hydranten dort nur aus einer Richtung mit Wasser versorgt. Man spricht dabei von Astleitungen. „In Astleitungen kann der Druck stark fallen, wenn Wasser entnommen wird“, erklärt der 62-Jährige. Sind die Leitungen ringförmig verlegt, also über Knotenpunkte hinten und vorne verbunden, kann von beiden Seiten Wasser nachfließen. Der Druck bleibt so konstant. Ringleitungen kosten meist mehr als Astleitungen.

Aber nicht nur zum Üben trafen sich die Feuerwehren in Hatterode, sondern auch zum Marschieren. 20 Mannschaften traten an zum Orientierungsmarsch. Der erste Platz in der Gesamtwertung ging an Lingelbach. Platz zwei und drei belegte die Feuerwehr Oberjossa und holte damit den Wanderpokal der Gemeinde. Im Vorfeld hatte es vereinzelt Kritik gegeben, weil Oberjossa als einzige Wehr mir drei Mannschaften angetreten war.

Bei den Wettkämpfen der Jugendfeuerwehr gewann Oberjossa ebenfalls den Gemeindepokal. Platz eins in der Gesamtwertung ging an Frielingen. Offizieller Abschluss des Feuerwehrtages in Hatterode war der Festzug die Hauptstraße entlang.

Von Juri Auel

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