Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch schreibt an Verkehrsminister Al-Wazir

Weniger Lärm am Dreieck

Kirchheim. Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch hat den neuen hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) dazu aufgefordert, die Baumaßnahmen für mehr Lärmschutz am Kirchheimer Dreieck zeitnah umzusetzen.

In einem Schreiben an den Minister verweist der Rathauschef darauf, dass das Thema bereit seit gut zehn Jahren in der Schwebe sei. Koch erinnert in seinem Schreiben daran, dass bereits im Oktober 2004 vom damaligen Amt für Straßen- und Verkehrswesen Kassel Planungen für Umbaumaßnahmen mit aus Kochs Sicht spartanischen Lärmschutzmaßnahmen vorgestellt worden waren. Schallschutz war demnach nur in den Bereichen angedacht, in denen die Autobahn verbreitert werden sollte. Für Maßnahmen gegen den Verkehrslärm hatte sich seit längerem auch eine Bürgerinitiative engagiert.

Im November 2005 sei dann während einer Bürgerversammlung eine neue, umfangreichere Planung vorgestellt worden. Demnach soll die A7 auf einer Länge von 1700 Metern von der Auffahrt zur A 4 bis zur Klebaer Brücke mit Flüsterasphalt versehen werden. Zudem sind für beide Seiten Lärmschutzwände und -wälle geplant. Aus einer vom Bürgermeister erstellten Auflistung des Schriftverkehrs zwischen Gemeinde und Hessen Mobil geht hervor, dass seither der mögliche Baubeginn weiter nach hinten verschoben worden war. Während bei der Bürgerversammlung im Jahr 2004 der Baubeginn für das Jahr 2006 in Aussicht gestellt worden war, wurde anschließend ein Planfeststellungsbeschluss für 2012 ins Auge gefasst. Dieser Zeitplan hatte sich weiter nach hinten verschoben. Zuletzt hatte der damalige Verkehrsminister Florian Rentsch im November 2013 mitgeteilt, dass es vor 2015 keinen Baubeginn geben werde.

Noch kein Termin

Für die geplanten umfangreichen Bauarbeiten zum Umbau des Kirchheimer Dreiecks werde im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung derzeit ein Planfeststellungsbeschluss erarbeitet, teilt Cornelia Hoehl, Sprecherin der Verkehrsbehörde Hessen Mobil, auf Anfrage unserer Zeitung zum aktuellen Stand der Planungen mit. Eine Terminierung zu einem möglichen Baubeginn sei daher derzeit noch nicht möglich.

„Während anderenorts ganze Planungen zugunsten des Tier- und Pflanzenschutzes verworfen worden seien, vertröste man in Kirchheim die Menschen immer wieder aufs neue, schreibt der Kirchheimer Bürgermeister an den Minister. Es entstehe der Eindruck, dass in Südhessen jedem Tier und jeder Pflanze mehr geholfen werde, als den Menschen in Nordhessen. Koch schlägt dem Minister zudem vor, die bei der Verlängerung der Beschleunigungsspur notwendige Absturzsicherung als Betongleitwand zu errichten. Das würde auch den Bewohnern des Hattenberges, der bei den Lärmschutzmaßnahmen bisher nicht berücksichtigt sei, eine kleine Entlastung bringen.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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