Anlagen sollen bei Lingelbach an der Gemarkungsgrenze zu Gehau entstehen

Elf weitere Windräder ?

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Windkraft in der Region: So wie hier am Niederaulaer Ortsteil Hattenbach könnten auch an mehreren Stellen rund um die Nachbargemeinde Breitenbach Windräder entstehen. Foto: Eisenberg

Breitenbach/H. Die Pläne für den Bau neuer Windkraftanlagen auf dem Gebiet oder in unmittelbarer Nachbarschaft von Breitenbach beschäftigen die Herzberggemeinde weiterhin.

Bürgermeister Volker Jaritz informierte am Dienstagabend die Gemeindevertreter darüber, dass der Bau von fünf Windrädern auf der Breitenbacher Gibgeskuppe wohl kaum zu verhindern sei. Zu dieser Einschätzung kommen Jaritz und der Parlamentsvorsitzende Karl-Heinz Reuber nach einem Erörterungsgespräch mit dem Regierungspräsidium Kassel. Ungeachtet der Einsprüche und Bedenken der Gemeindevertretung und der Breitenbacher Bürger werde das Projekt von den Grünwerken Düsseldorf vorangetrieben. Hinter verschlossenen Türen erhielten die Investoren vom Regierungspräsidium sogar noch Tipps, wie die Anlagen genehmigungsfähig würden, während die Gemeinde außen vor sei.

„Da ist die Demokratie am Ende“, befand Jaritz. Und Parlamentsvorsteher Karl-Heinz Reuber ergänzte: „Ich habe das Gefühl, dass die Regionalpläne möglichst herausgeschoben werden sollen, damit in der Zwischenzeit möglichst viele Anlagen gebaut werden. Retten kann uns nur noch der Horst eines Rotmilans oder Schwarzstorches“.

Auch im benachbarten Vogelsbergkreis ist ein weiterer möglicher Windkraft-Standort hinzugekommen, der unmittelbar an das Breitenbacher Gemeindegebiet grenzt. In der Gemarkung des Alsfelder Stadtteils Lingelbach könnten 11 weitre Windräder entstehen, drei davon unmittelbar an der Gemarkungsgrenze in Sichtweite des Hofes Huhnstadt. Die Gemeinde wolle in einer Stellungnahme ihre grundsätzlichen Bedenken zu diesem Standort hinsichtlich Natur- und Landschaftsschutz sowie der weiteren Entwicklungsmöglichkeiten der Herzberggemeinde zum Ausdruck bringen. Unklar ist laut Jaritz derzeit auch, wie es mit den geplanten Anlagen am Frohnkreuzkopf weitergeht. Dieser Windkraft-Standort wird von der Gemeinde als unproblematisch eingestuft. Investor Arie Bakker aus Lich wollte dort im Privatwald drei oder vier Windräder aufstellen und hatte laut Jaritz zugesagt, dass die Gemeinde durch die Unterstützung sozialer Projekte von den Anlagen profitieren soll. Weil der Investor kürzlich unerwartet verstorben ist, hoffe die Gemeinde jetzt, dass Bakkers Nachfolger die Zusagen aufrechterhalten.

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