Oberaulaer Textilhändler unterstützt DRK mit Kinderkleidung für Flüchtlinge

Ein Vorbild für Jette Joop

Hilfe für Flüchtlingskinder: Textilhändler Konrad Rös aus Oberaula hat das DRK mit Kinderkleidung für Flüchtlinge im Wert von 1500 Euro unterstützt. Unser Bild zeigt ihn mit Donata von Schenck zu Schweinsberg, der Vizepräsidentin des DRK. Foto: Eisenberg

Oberaula. Wenn Modedesignerin Jette Joop in Kürze eine Hilfsaktion für Flüchtlingskinder startet, hat daran auch ein Oberauler Einzelhändler seinen Anteil.

Konrad Rös hat Kleidung für Flüchtlingskinder im Wert von etwa 1500 Euro an das Deutsche Rote Kreuz (DRK) gespendet. In seinem kleinen Textilwarengeschäft mit Lottoannahmestelle nahe der Kirche bietet der 71-Jährige seit 57 Jahren nicht nur Kleidung, Wolle und Knöpfe, Honig oder Zeitschriften an, der Laden dient vielen Oberaulaern auch als Treffpunkt. Zu den Kunden gehört auch die Vizepräsidenten des DRK, Donata von Schenck zu Schweinsberg, die im Ortsteil Hausen lebt. „Wenn die Menschen in den Notunterkünften stranden, haben sie meist nur das, was sie am Leib tragen“, berichtet von Schenck. Die Kleiderkammern des DRK seien zwar voll, allerdings fehle Kinderkleidung. Für einen Vortrag bei den Landfrauen hatte Donata von Schenck kein Honorar gefordert, am Ende dennoch einen gefüllten Umschlag erhalten.

Mützen und Jacken

„Von dem Geld habe ich bei Konrad Rös Mützen und Jacken für Kinder gekauft. Dabei hat er einen sehr günstigen Preis gemacht“, berichtet sie. Wenig später stellte Rös eine weitere Kleiderlieferung zusammen: Waren im Wert von rund 1500 Euro, die er Donata von Schenck für einen symbolischen Euro übergab. „Die Kinder können selbst am wenigsten für ihre Situation“, ist Rös überzeugt. Mehrere Kleidersäcke nahm die DRK-Vizechefin mit nach Berlin. „Ich hatte Mühe, sie im Zug zu transportieren“, berichtet sie. Verteilt wurden die Kleider in einer Notunterkunft in einer Charlottenburger Turnhalle.

Dass der Einzelhändler eine im Verhältnis zur Geschäftsgröße sehr hohe Spende gemacht hat, ist für von Schenck vorbildlich. Die Betreuung der Flüchtlinge sei nicht ohne Ehrenamtliche möglich. Genauso wichtig, wie die Flüchtlinge mit dem Gegebenheiten in Deutschland vertraut zu machen, sei es dabei, das künftige Umfeld rechtzeitig auf die neuen Mitbewohner vorzubereiten, betont von Schenck. Nötig sei aber auch Entwicklungshilfe, um die Situation in den Heimatländern zu verbessern. Bei Politikern macht sich die DRK-Vizepräsidentin zudem dafür stark, dass Flüchtlinge eine Krankenkassenkarte erhalten. „Viele verschleppen ihre Krankheiten aus Angst, Zuzahlungen leisten zu müssen.

Konrad Rös bekommt schon bald prominente Nachahmer: Donata von Schenck hat der Modededesignerin Jette Joop, die als Kinderbotschafterin des DRK tätig ist, von der Großzügigkeit des Geschäftsmannes erzählt. Die sei von soviel Engagement begeistert gewesen und wolle jetzt eine eigene Benefizaktion organisieren. Einzelheiten sollen in Kürze bekanntgegeben werden.

Von Jan-Christoph Eisenberg

Kommentare