Landhotel-Mitarbeiter und Ferienhaus-Besitzer berichten von chaotischen Zuständen

Viele Schlüssel, keinen Plan

Hotel mit wechselhafter Geschichte: Im März hat das Kirchheimer Landhotel am Fuße des Hattenberges Insolvenz angemeldet, danach übernahm der alte Betreiber. Den vereinbarten Kaufpreis zahlte er nicht. Foto: Löwenberger

Kirchheim. Mitarbeiter des Kirchheimer Landhotels am Fuße des Hattenberges, die namentlich nicht in der Zeitung erwähnt werden wollen, berichten aus der Zeit nach der Insolvenz von dubiosen Vorgängen.

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Bei einem Einbruch seien Geräte zur Grünpflege entwendet worden; in den Überwachungskameras hätten an diesem Tag die Speicherkarten gefehlt. Wenig später sei eine offenstehende Tür aufgefallen. Nachdem den Mitarbeitern erst Unterstützung bei der Bewachung des Hotels angekündigt worden sei, habe ihnen Lantink dann mitgeteilt, dass ab dem folgenden Tag das Motel den Betrieb übernehme. Daraufhin hätten die Angestellten mit Mitarbeitern der Motel-Betreiber zusammengearbeitet.

Aufrechterhalten werde der Hotelbetrieb derzeit nur von zwei Halbtagskräften. Die hätten die Hoffnung, dass sich für ein geöffnetes Hotel leichter ein Betreiber finde, als für ein geschlossenes. Waren erhalte der Betrieb derzeit nur gegen Barzahlung.

Chaotisch

Chaotisch sei auch die Übergabe der über Lantinks ETG vermieteten Ferienhäuser verlaufen. „Wir hatten einen Eimer mit Schlüsseln aber ansonsten keinen Plan“, berichtet eine Mitarbeiterin. Wenn Gäste angereist seien, um die Schlüssel zu übernehmen, hätten die Hotelmitarbeiter versucht, trotzdem eine Lösung zu finden.

Dass ihre Häuser vermietet waren, hätten die Ferienhausbesitzer meist nur daran gemerkt, dass diese schmutzig gewesen seien. In einem Fall sei dem Besitzer die Sanierung eines Balkons versprochen worden, als dieser dann selbst in den Seepark gekommen sei, habe er sein Haus ohne Balkon vorgefunden. Diese Schilderungen bestätigt auch der Vorsitzende der Vereinigung der Ferienhauseigentümer im Seepark (VESK), Henry Liebregts. Sein Verein vertritt 105 der insgesamt 147 überwiegend holländischen Hauseigentümer.

Etwa 70 haben ihre Häuser über die ETG vermarktet – diese Zahl hatte zumindest Lantink immer genannt. „Keiner hat Geld bekommen“, sagt Liebregts. Oft seien Familien, die ein Haus gebucht hatten, angekommen, aber im Landhotel, wo die Schlüssel ausgegeben wurden, habe niemand davon gewusst. Das Kirchheimer Motel habe dann kurzfristig mit Zimmern ausgeholfen.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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