Grünwerke Düsseldorf stellen Baupläne für die Breitenbacher Gibgeskuppe vor

Viel Skepsis bei der Windkraft

Großes Interesse: Im Theatertreff Breitenbach informierten Windkraft-Planer, Gemeinde und Naturschützer über einen möglichen Windpark auf der Gibgeskuppe. Foto: Eisenberg

Breitenbach/H. Am Ende der Bürgerversammlung bat Breitenbachs Parlamentspräsident Karlheinz Reuber um ein Handzeichen. Das Ergebnis dieser – weder repräsentativen noch rechtlich bindenden – Abstimmung bestätigte das Stimmungsbild, das sich bereits im Verlauf des Abends abgezeichnet hatte: Der größte Teil der Zuhörer im Saal des Theatertreffs war gegen den Bau von Windkraftanlagen auf der Gibgeskuppe, einige konnten oder wollten sich zu diesem Thema nicht positionieren. Wirkliche Fürsprecher für das Vorhaben der Grünwerke Düsseldorf, in dem Privatwald fünf Windräder zu errichten, fanden sich im Saal aber nicht.

Grünwerke-Geschäftsführer Ralf Zischke hatte zuvor die Einzelheiten vorgestellt: Demnach könnten in dem Waldgebiet an der Grenze zum Vogelsbergkreis fünf Anlagen mit einer Nabenhöhe von 140 Metern und einer Gesamtleistung von 12,5 Megawatt entstehen. Nach Ansicht des Unternehmens, einer Tochter der Stadtwerke Düsseldorf, sind die Voraussetzungen dafür gut: Die Windgeschwindigkeit sei mit bis zu 6,2 Metern pro Sekunde ausreichend, Schattenwurf, Lärmimmissionen und auch die Auswirkungen auf die Umwelt und seien nach derzeitigem Stand gering, auch wenn dazu noch nicht alle Untersuchungen abgeschlossen sind.

Für die Montage könnten, so Zischke, die vorhandenen Wege genutzt werden. Bei Niederaula gebe es einen geeigneten Einspeisepunkt ins Stromnetz; die Kabeltrasse könne entlang der Wege und Straßen verlaufen. Dass die Windkraft an dieser Stelle wirklich so problemfrei möglich ist, daran hatten viele im Saal Zweifel. Bürgermeister Volker Jaritz verwies darauf, dass die Gemeinde ohne große Industriebetriebe auf den Tourismus angewiesen sei.

„Wir haben nicht viel mehr zu bieten als den Panoramablick, kein Besucher will in einen Windpark schauen“, argumentierte auch Jürgen von Dörnberg, Burghauptmann der Burg Herzberg, und prophezeite zugleich einen Wertverlust der Breitenbacher Grundstücke. „Zwischen Breitenbach und Niederaula verlaufen mehrere Autobahntrassen, die ICE-Strecke und dazu noch die B62. Als Naherholungsfläche bleibt nur noch das Gebiet zwischen Gibgeskuppe und Burg Herzberg“, erklärte Rolf Bothe aus Oberjossa, der gemeinsam mit 19 anderen Familien zu den Unterzeichnern einer Erklärung gegen das Projekt gehört.

Größere Belastungen als angegeben durch Schall und Schattenwurf fürchteten viele der Anwesenden. Der Hinweis von Windkraft-Planer Frank Schillig, dass eine Fahrt im Auto eine größere Schallbelastung darstelle und die Windräder durch ein sogenannte Schattenmodul bei zu starker Sonneneinstrahlung abgeschaltet werden, erschien da nur wenig tröstlich.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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