Erster Gottesdienst auf Englisch für Flüchtlinge fand in Kirchheimer Kirche statt

Verständigung schwierig

Zu einem Gottesdienst in englischer Sprache für Ausländer und Deutsche hatten die Pfarrer Frank Nico Jaeger, Andreas Staus, Jörg Scheer, Lektor Francis Gomado und Pfarrerin Melanie Hetzer (von links) am Samstagabend in die evangelische Kirche in Kirchheim eingeladen. Foto: Löwenberger

Kirchheim. Wie wichtig und richtig es ist, für Asylbewerber und Flüchtlinge einen Gottesdienst in englischer Sprache anzubieten, zeigte sich am Samstagabend in Kirchheim erst nach dem Gottesdienst.

Aber der Reihe nach. Die Idee, einen Gottesdienst für Ausländer in einer Sprache anzubieten, die sie möglicherweise besser verstehen als Deutsch, hatten die Pfarrer Frank Nico Jaeger aus Bad Hersfeld, Jörg Scheer aus Friedlos und Andreas Staus aus Unterhaun. Für Kirchheim als Ort für den ersten Gottesdienst dieser Art hatte man sich entschieden, weil hier etwa 80 Flüchtlinge wohnen und mehrere hundert Asylbewerber in dem ehemaligen Motel untergebracht sind.

Werbezettel und Gespräche

Damit diese auch von der Veranstaltung erfuhren, hatte die Hausherrin und Kirchheimer Pfarrerin Melanie Hetzer im Vorfeld die Unterkünfte besucht und persönlich und mit Werbezetteln für den Gottesdienst geworben.

Dass der ghanaische Lektor Francis Gomado dann seine Predigt in stark dialektgefärbten Englisch vor knapp 20 Gläubigen – darunter auch Einheimische – halten musste, störte die Geistlichen nicht wirklich. „Das Ganze ist ein Versuch, ein Experiment“, sagte Jaeger, „das muss sich erst herumsprechen und braucht auch eine gewisse Anlaufzeit.“ Möglicherweise müsse man auch noch an der Organisation und an der Art der Bekanntmachung arbeiten. Auf jeden Fall wird das Team Gottesdienste in englischer Sprache auch weiterhin in verschiedenen Kirchen im Kreis anbieten. Deshalb gab es dann am Ende des Gottesdienstes doch noch ein paar Worte in Deutsch. Jaeger bat die Anwesenden, von dem besonderen Gottesdienst zu berichten und dafür zu werben.

Dass an der Organisation wirklich noch etwas gefeilt werden muss zeigte sich, als nach knapp einer Stunde eigentlich schon alles vorbei war. Da kamen nämlich mehr als 30 Flüchtlinge zum Gottesdienst in die Kirche. Um diese nicht zu enttäuschen, hielten die Pfarrer noch eine kleine Andacht.

Von Bernd Löwenberger

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