Elsbeth Rohrbach erzählt in ihrem ersten Buch von ihrer Kindheit in Niederjossa

Verlegen, aber doch stolz

Elsbeth Rohrbach hält endlich ihr fertiges Buch in den Händen – um professionell schreiben zu können, hat sie sich extra ein kleines Netbook angeschafft. Foto: Hanisch

Niederjossa. Ganz bescheiden und zurückhaltend gibt sich Elsbeth Rohrbach aus Niederjossa, als sie von ihrem Buch erzählt; sie möchte sich eben nicht hervorheben, gesteht sie verlegen. Dabei kann sie stolz auf sich sein: Die 66-Jährige hat vor Kurzem ihr erstes Buch veröffentlicht.

In ihrer Biographie „Eine Kindheit im Jossatal“ erzählt Rohrbach von ihren frühesten Erinnerungen an ihre Kindheit im beschaulichen Niederjossa bis hin zu ihrer Konfirmation. Neben der Beschreibung ihres Elternhauses erzählt sie unter anderem von ihrem ersten Erlebnis mit einem Fahrrad, der Einschulung, der Erntezeit und den damals üblichen Bräuchen.

Aber auch weniger schöne Erinnerungen lässt sie nicht aus. So schildert sie ihren Vater als „rauen, nicht sehr liebevollen Mann“ und erzählt von der Angst, die sie um ihre oft kranke Mutter hatte.

Durch Töchter motiviert

„Wer will das denn überhaupt alles wissen“, hat sich Rohrbach anfänglich gedacht, als ihre Töchter immer wieder meinten, sie solle alle Erinnerungen endlich einmal aufschreiben. Doch eines Tages gab sie dem Drängen ihrer Kinder schließlich nach, schrieb ihre Gedanken auf, sortierte diese und „danach ist es geflossen“, wie sie selbst verwundert feststellte. „Das war eine tolle Herausforderung für mich, früher hätte ich gedacht, dass ich das gar nicht kann.“

Zunächst hat Rohrbach sogar noch alles handschriftlich notiert, bevor sie sich dann zur Erleichterung ein Netbook angeschafft hat. Gab es feste Zeiten, zu denen sie geschrieben hat? „Ich habe immer nur im Winter geschrieben, zwei Jahre lang. Feste Tageszeiten gab es aber nicht. Eben immer dann, wenn ich Lust hatte“, erklärt sie.

Selber Druck gemacht

Im vergangenen halben Jahr hat sie sich dann selbst Druck gemacht, damit ihr Werk endlich erscheinen kann. „Ich habe gar nicht mehr daran geglaubt, dass es das Buch tatsächlich geben wird“, bekennt Rohrbach und blickt dabei zufrieden auf ihr fertiges Exemplar. „Das Schreiben hat mir unheimlich viel Spaß gemacht, es hat mich in die Zeit von damals zurückversetzt“, erzählt die Rentnerin versonnen, die auch gerne Gitarre spielt.

Bei Rohrbachs Biographie handelt es sich um kein literarisches Meisterwerk, diesen Anspruch erhebt sie aber auch nicht. Dafür sei es umso authentischer, fügt ihre Tochter Iris Rohrbach hinzu, die gemeinsam mit ihrer Nichte Julia Rohrbach für den letzten Schliff, das Layout, gesorgt hat.

Ganz persönlich

Erinnerungen aus rund 15 Jahren, zusammengefasst auf 252 Seiten, machen Rohrbachs Buch zu einem ganz persönlichen Werk, das Menschen ihrer Generation, aber auch späterer Generationen anspricht, meint Elsbeth Rohrbach – und nun schwingt doch ein bisschen Stolz in ihrer Stimme.

Elsbeth Rohrbach, „Eine Kindheit im Jossatal“, 252 Seiten, 14,90 Euro, BoD, ISBN: 978-3-8482-0991-0.

Von Christin Hanisch

Kommentare