Bürger für Niederaula kritisieren Bürgermeister

Verein spricht von Arroganz der Macht

Niederaula. Scharfe Kritik übt der Verein Bürger für Niederaula in einer Pressemitteilung an Bürgermeister Thomas Rohrbach und der Parlamentsvorsitzenden Petra Wiesenberg.

In der jüngsten Gemeindevertretersitzung war ein Antrag der Grünen-Fraktion abgelehnt worden, der vorsah, die Ergebnisse der Kanaluntersuchungen durch ein weiteres Fachbüro überprüfen zu lassen. Die Kosten dafür wollte der Verein Bürger für Niederaula übernehmen (unsere Zeitung berichtete). Rohrbach hatte den Grünen vorgeworfen, sie hätten sich vor den „Wagen der Zwietracht“ spannen lassen.

„Wagen der Zwietracht“

Jener „Wagen der Zwietracht“ entstehe nach Ansicht der Bürgerinitiative (BI), weil die Marktgemeinde die Verschuldung durch ihr Sanierungsprogramm in untragbare Höhen treibe und die Bürger zwinge, sich mittels Anliegerbeiträgen daran beteiligen.

Seit Jahrzehnten würden in Niederaula zwei Ingenieurbüros abwechselnd mit Gemeindeaufträgen versorgt, heißt es in der Pressemitteilung. Durch moderne Reparaturmaßnahmen (Inliner-Verfahren) ließen sich nach Ansicht der Bürgerinitiative mehrere hunderttausend Euro sparen. Die Bürger für Niederaula hätten sich deshalb an die GKU (Gesellschaft für kommunale Umwelttechnik) in Fulda gewandt. Mit einer „bisher noch nicht erlebten Diffamierung“ hätten Bürgermeister Rohrbach und die Vorsitzende der Gemeindevertretung, Petra Wiesenberg, versucht, diese Bemühungen zu diskreditieren, heißt es in der Pressemitteilung.

Anders als der Bürgermeister vertrete die Bürgerinitiative die Meinung, dass die Unterlagen der Kanaluntersuchungen nicht nur an Dritte herausgegeben werden dürften, sondern sogar müssten, wenn sich Anhaltspunkte für Einsparmöglichkeiten ergäben. In einer anderen Gemeinde habe die GKU die Sanierungssumme von 667 000 auf 171 000 Euro gesenkt.

Die Parlamentsvorsitzende habe die Bürgerinitiative mit der Behauptung angegriffen, eine erneute Kanalbegutachtung werde mehrere zehntausend Euro kosten und dieses Geld habe die Bürgerinitiative nicht.

Trotz eines Jahresbeitrages von 24 Euro sei die Bürgerinitiative aber im Gegensatz zur Gemeinde nicht pleite, sagt diese. Obwohl für das Parlament während einer Sitzungspause die Gelegenheit bestanden habe, den Vorstand der Bürgerinitiative nach den Kosten zu fragen, sei das nicht erfolgt. Die BI spricht in diesem Zusammenhang von „Arroganz der Macht“. (red/jce)

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