Beim Aktionstag am Kirchheimer Dreieck stellte die Polizei bei 34 Lkw Mängel fest

Überladen und ungesichert

Viel zu bereden hatten am Mittwoch während des Fernfahrer-Aktionstag auf dem Gelände der SVG in Kirchheim der Leiter der Polizeidirektion Hersfeld- Rotenburg, Klaus Wittich, der Präsident des Polizeipräsidiums Osthessen, Georg Alfons Hoff, und der Vorsitzende des Fachverbandes für Güterkraftverkehr und Logistik, Claus O. Herzig (von links). Foto: Löwenberger

Kirchheim. Ein Aktionstag zum Thema Ladungssicherheit fand am Mittwoch in der Zeit vom 11 bis 17 Uhr im Rahmen des Fernfahrerstammtisches Hessen auf dem SVG-Autohof in Kirchheim statt. Ausrichter war das Polizeipräsidium Osthessen, in Zusammenarbeit mit dem Fachverband für Güterkraftverkehr und Logistik Hessen.

Insgesamt wurden bei der Verkehrskontrolle 34 Lkw beanstandet. Mängel waren unzureichende Ladungssicherung, Überschreitung zulässiger Abmessungen, Lenkzeitverstöße und Fahrzeugmängel, die zum Teil noch vor Ort behoben werden mussten.

31,7 Prozent zuviel

Ein mit Eichenstämmen beladener Langholztransporter ließ bereits dem äußeren Anschein nach eine deutliche Überladung vermuten. Mit einem Gesamtgewicht von 52,7 Tonnen erbrachte das anschließende Wiegen eine Überschreitung der zulässigen Gesamtmasse um 12,7 Tonnen was einer Überladung von satten 31,7 Prozent entspricht.

Bevor er weiterfahren durfte, musste der Fahrer einen großen Teil der geladenen Stämme entladen. Da sich der Unternehmer durch diese Handlung einen rechtswidrigen Vermögens- bzw. Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern verschafft hat, wurde ein Gewinnabschöpfungsverfahren in Höhe von 970 Euro eingeleitet.

Bei einem rumänischen Sattelzug, bei dem zwei Reifen des Aufliegers bis auf die Stahl-Karkasse abgefahren waren, war außerdem das Kontrollgerät manipuliert. Den Fahrzeugführer erwartet nun ein Strafverfahren. Eine Sicherheitsleistung in Höhe von 2000 Euro wurde erhoben. Aufgrund der Mängel an der Fahrzeugbereifung wurde die Weiterfahrt des Trailers bis zur Herstellung eines verkehrssicheren Zustandes untersagt.

An einem weiteren Sattelzug wurden ebenfalls zunächst Mängel an der Fahrzeugbereifung festgestellt, die unmittelbar vor Ort behoben werden mussten. In dem mitgeführten Auflieger wurden neben anderen zum Teil „schwergewichtigen“ Frachtstücken Gefahrgutbehältnisse ohne jegliche Sicherung transportiert. Alleine eine stärkere Bremsung hätte hier ausgereicht, die Gefahrgutbehältnisse zu zerstören. Vor der Weiterfahrt war in diesem Fall neben der Behebung der Reifenschäden die vollständige Entladung erforderlich, um das Ladegut anschließend neu verladen und entsprechend sichern zu können.

„Die Kontrollergebnisse belegen nachhaltig, dass Lkw-Kontrollen der Polizei einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit darstellen“, erklärten der Präsident des Polizeipräsidiums Osthessen, Georg Alfons Hoff, und der Vorsitzende des Fachverbandes für Güterkraftverkehr und Logistik, Claus O. Herzig, einhellig.

Aufklärung und Prävention, wie sie im Rahmen der Fernfahrer-Stammtische angeboten würden, sollten nicht nur der Verbesserung der Sicherheit, sondern auch einem besseren Miteinander zwischen Unternehmern, Fahrern und Behörden dienen.

Von Bernd Löwenberger

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