Von Touristen und Urlaub

Jan-Christoph Eisenberg

Als Ein-Mann-Demonstration hatte Hanns-Karl Madelung, Hotelier aus Kirchheim und Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), während der Gemeindevertretersitzung im März Front gemacht gegen die Einführung einer Bettensteuer in Kirchheim. Dadurch war bei manchem der Eindruck entstanden, dass der Ärger über die Abgabe bei den übrigen Beherbergungsbetrieben so groß nicht sein könne. Ob die übrigen Hoteliers seinerzeit wirklich nicht in Betrieben abkömmlich waren – wie Madelung betont – oder manch einer die Einführung der Abgabe schlichtweg verpasst hat, sei dahingestellt. Jetzt nimmt der Widerstand Fahrt auf.

Madelung will noch in diesem Monat gegen die Steuer klagen. Eigennutz kann man dem Dehoga-Vorsitzenden nur bedingt vorwerfen: Madelung hat sein Landhotel verkauft und übergibt es zum Monatsende an einen Nachfolger.

Eine andere einst populäre Touristenunterkunft der Region muss sich in den kommenden Monaten neu definieren. Kürzlich hat das Oberaulaer Parlament dauerhafte Bewohner im Feriendorf Hausen jetzt auch offiziell zugelassen. Die Ferienhäuschen waren teilweise ohnehin schon als normale Wohnhäuser genutzt worden. Jetzt sorgen sich diejenigen Hauseigentümer, die noch von der Vermietung an Touristen leben, um die Zukunft der Verwaltungs-GmbH. Der bisherige Zustand, so ist zu hören, sei allerdings auch nicht befriedigend gewesen.

Urlaub scheint ohnehin das treffende Stichwort für die vergangene Woche zu sein. Wer konnte, entfloh den frostigen Temperaturen in Waldhessen. Unsere Recherchen zu mehreren Themen mussten wir jedenfalls verschieben, weil unsere Ansprechpartner verreist waren. Wer weiß, vielleicht bringen die heimkehrenden Urlauber ja auch die Sonne mit in die Region.

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