Die Ausstellung „Respektiere“ regte zum Innehalten und Nachdenken an

Tiere verdienen Respekt

Fleisch für knapp 60 Cent: Mit dieser Installation wollen die Jugendlichen auf das Thema „Ware“ Tier und den Fleischkonsum aufmerksam machen, erklärt der 18-jährige Alexander Motzko aus Niederaula. Foto: Rössing

Niederaula. Nach einjähriger Vorbereitung stellten 13 Jugendliche ihre Ausstellung „Respektiere“ in Niederaula vor. Dabei haben die Teilnehmer des Projekts der evangelischen Ortsjugendpflege mehrere Themeninseln aufgebaut, die Auskunft zu Haustierhaltung, Tiere der Umgebung, bedrohten Tieren und Waren aus und von Tieren, wie etwa die Pelzproduktion, gaben.

Neben Informationstafeln konnten die zahlreichen Besucher Fotos, Geschichten und selbstgebaute Installationen begutachten. „Im Internet gibt es eine Liste mit Produkten, die an Tieren getestet werden. Deshalb haben wir einen Kasten voll von Verpackungen dieser Produkte ausgestellt“, berichtet Mitarbeiter Alexander Motzko. Der Kasten ist prall gefüllt.

„Den Anstoß für das Projekt hat mein Kater gegeben, der mir zugelaufen ist“, berichtet Jugendpflegerin Lydia Wagner, die die Jugendlichen bei der Arbeit betreute. „Ich habe zwar beruflich bedingt wenig Zeit für das Tier, aber der Kater wollte bleiben.“ Das brachte Lydia Wagner ins Grübeln: Wie gehen wir Menschen mit Haustieren um und sollten wir nicht einmal über unser Konsumverhalten nachdenken?

Viele Aktionen gemacht

Sie stellte ihre Idee im Jugendraum in Niederaula vor: Eine Ausstellung sollte es werden, die von Respekt gegenüber Tieren handelt. Der Vorschlag fand große Unterstützung. „Wir haben zunächst ein Brainstorming gemacht. Frau Wagner organisierte uns dann die Termine für Ausflüge und Aktionen“, erinnert sich Alexander Motzko. Insgesamt hat die Gruppe im Laufe eines Jahres bei 55 Aktionen mitgeholfen.

Unter anderem wurde ein Arbeitseinsatz im Tierpark Kirchheim gestartet, eine Mahnwache in der Innenstadt von Fulda abgehalten, eine Fledermauswanderung gemacht und Alpaccas als Therapietiere kennengelernt. Im Laufe des Jahres sammelten die Jugendlichen für die Tierschutzvereine und Organisationen Sach- und Geldspenden. Diese überreichten sie am Samstag in einer feierlichen Zeremonie den Vertretern der jeweiligen Vereine.

Grußworte zur Eröffnung sprachen Niederaulas Bürgermeister Thomas Rohrbach, Kirchenkreis-Dekan Dr. Frank Hofmann und, in Vertretung von Vize-Landrätin Elke Künholz, Petra Wiesenberg vom Landkreis.

Zertifikate zum Abschluss

Im Anschluss an die Spendenübergabe überreichte Lydia Wagner jedem ein persönliches Zertifikat „Kompetenznachweis Kultur“. Das Zertifikat benennt die persönlichen Kompetenzen, die die Jugendlichen während ihrer Arbeit vor Ort und bei der Vorbereitung der Ausstellung erworben haben.

Wer die Ausstellung verpasst hat: Die Themeninseln stehen im März 2015 in der Verwaltungsfachhochschule in Rotenburg und im April in der Sparkasse Bad Hersfeld (Dudenstraße). Danach soll es vielleicht noch weiter gehen.

Von Sarah Rössing

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