Theatergruppe „Klarteckst“ spendet für leukämiekranken Justin Bradtke

Unterstützung: Die „Klarteckstler“ Falk Stolle, Lara Modenbach, Angelika Stolle, Justin Bradtke, seine Schwester Aaliyah, Mutter Cindy, dahinter sein Vater Peter Loebner und sein Bruder Liam. Foto: Vera Hettenhausen

Breitenbach/H. Wie schnell und unkompliziert soziale Hilfe möglich sein kann, zeigt die Spende der Breitenbacher Theatergruppe „Klarteckst“ an die Familie eines an Leukämie erkrankten Jungen.

Erst vor einigen Tagen auf der Mitgliederversammlung des nicht gerade großen Vereins beschlossen die Theaterleute, von ihren Einnahmen aus dem vergangenen Jahr 1000 Euro dem 17-jährigen Justin Bradtke zu geben.

Auf das Schicksal des mittlerweile in Mecklar lebenden jungen Mannes wurden sie durch verschiedene Medienberichte aufmerksam. „Da wir schon immer soziale Projekte unterstützen, haben wir uns sofort einstimmig für diese Verwendung entschieden“, erzählte das Vereinsmitglied Falk Stolle bei der Übergabe des Geldes.

Damit könne das emotionale Leid nicht abgefedert werden, aber das finanzielle, fügte er hinzu. Denn unter anderem mit den vielen Fahrten zur Universitätsklinik nach Gießen, mit der reduzierten Arbeitszeit des Vaters von Justin und den Betreuungskosten für die zwei jüngeren Geschwister entstand ein großes Loch in der Haushaltskasse.

Deshalb freute sich die Familie sehr, als Falk Stolle zusammen mit seiner Frau Angelika und deren Tochter Lara Modenbach sie besuchten und den Scheck überreichten. „Es ist kein Tag wie der andere, nachdem wir Anfang September von Justins lebensbedrohender Krankheit erfahren haben“, erzählte Justins Mutter Cindy. Seitdem ist es ein Auf und Ab an Hoffnung und Enttäuschung. Seinen 17. Geburtstag feierte Justin im Krankenhaus. Unglaubliches Glück hatte er, dass sehr schnell ein geeigneter Knochenmarksspender gefunden wurde. Bei seiner zwölfjährigen Schwester Aaliyah stimmten alle Komponenten für die Transplantation. Dass Aaliyah ihrem Bruder gerne geholfen hat, konnte man sehen, denn sie strahlte Justin ununterbrochen an.

Sehr viel Lob sprach die Familie Bradtke der Station Peiper in Gießen aus. Bei allem Leid, was man habe, sei man dort sehr gut aufgehoben. „Es gibt so tolle Menschen, die man kennengelernt hat. Man ist dort in einem geschützten Glashaus“, sagte Cindy Bradtke.

Freunde sind wichtig

Seit vier Wochen ist Justin wieder zu Hause. Dreimal in der Woche muss er nach Gießen fahren. Sein Tagesablauf ist ziemlich eintönig geworden. Von großer Bedeutung sind jetzt die Freunde, die ihn besuchen und die hinter ihm stehen. Ganz besondere Freude macht es dem 17-Jährigen, Spiele des FSV Hohe Luft zu besuchen, da er für diesen Verein zehn Jahre lang gespielt hat. Mittlerweile war es zweimal möglich, seine ehemaligen Spielerkameraden live anzufeuern. „Wichtig ist, dass es Schritt für Schritt voran geht“, sagte er tapfer. Weit in die Zukunft könne man nicht planen, man müsse für jeden Tag dankbar sein.

„Aber es gibt ein Leben nach der Krankheit“, daran glaubt die Familie Bradtke unerschütterlich. Stolle sprach zum Abschluss seines Besuchs die Hoffnung aus, dass durch die Aktion seines Vereins noch mehr Menschen auf das Schicksal dieser Familie aufmerksam und zur Hilfe ermuntert werden. (het)

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