(241): Die Hermannsbühne der Theatergruppe Klarteckst in Breitenbach

Theater im eigenen Saal

Vorher und nachher: Die Mitglieder der Theatergruppe mit Namensgeber Hermann Kurz (rechts) beim Bau der Hermannsbühne (Bild links) und der fertige Theatersaal vor einer Aufführung. Fotos: Löwenberger/Archiv (1)/Eisenberg (2)

Breitenbach/H. Begeisterte und dazu auch talentierte Laientheaterspieler gibt es in mehreren Städten und Gemeinden in unserer Region. Von einer eigenen professionell ausgestatteten Spielstätte, wie der Hermannsbühne der Theatergruppe Klarteckst in Breitenbach, können die meisten anderen Laienspielgruppen allerdings nur träumen.

Nach einem Aufruf von Pfarrerin Hannelore Weide-Jatho im Jahr 1998 gegründet, tingelte die Theatergruppe anfangs wie viele andere durch die Gasthaussäle und Dorfgemeinschaftshäuser der umliegenden Ortschaften.

Im Jahr 2005 fasste die Theatergruppe, mittlerweile in eingetragener Verein, den Entschluss, eine eigene Spielstätte zu errichten. Mit dem ungenutzten Saal des Breitenbacher Hofes war ein geeigneter Raum schließlich gefunden. Nur knapp ein Jahr haben die Theaterbegeisterten gebraucht, um aus der Ruine ein Theater zu machen. Rund 7000 Stunden Arbeit wurden investiert, neue Wände gezogen, eine Heizung eingebaut, das Dach eingedeckt und kilometerweise Stromkabel verlegt.

In Eigenleistung

Dabei wurden, soweit erlaubt, alle Arbeiten in Eigenleistung ausgeführt. 150 Gäste finden im Zuschauerraum Platz, die Bühne misst 30 Quadratmeter. Zahlreiche Sponsoren haben den Umbau möglich gemacht. Als Anerkennung für das Engagement des zum Bauleiter ernannten Schreinermeisters Hermann Kurz, wurde die Spielstätte auf den Namen „Hermannsbühne“ getauft. Um ihre schöne neue Bühne mussten die Vereinsmitglieder wenige Jahre später allerdings schon wieder bangen. Die Wirtsleute hatten Insolvenz angemeldet, der Immobilie stand die Zwangsversteigerung bevor. In diesem Fall drohte dem Verein, trotz langfristigen Erbbauvertrags, mit seinen Forderungen den Kürzeren zu ziehen. Daher entschlossen sich die Theaterleute selbst zum Kauf des Anwesens. Seit 2011 ist die Theatergruppe also Hausbesitzer wider Willen und baut den Breitenbacher Hof zum Theatertreff um. Keine einfache Aufgabe, bei der die Klarteckstler noch weiterhin auf finanzielle oder tatkräftige Unterstützung angewiesen sind.

Was nützt die beste Bühne ohne talentierte Schauspieler?

Über die verfügt die Theatergruppe Klarteckst glücklicherweise und bringt mit ihrer aktuellen Produktion „Zum Teufel Herr Minister“ eine Polit-Satire mit feinem Humor auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Aber auch anderen Kulturschaffenden, Zauberkünstlern und Musikern bietet die Hermannsbühne eine Auftrittsmöglichkeit.

Restkarten für die Aufführungen am 25. und 26. Januar gibt es noch im Vorverkauf in der Burg-Apotheke, 06675/919120.

Informationen zu Vorstellungen und Kartenverfügbarkeit unter: www.klarteckst.de

Von Jan-Christoph Eisenberg

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