Landratskandidat Alexander Sauer ist beruflich unterwegs, aber in der Region zu Hause

Stark durch Niederlagen

Terrasse mit Weitblick: Alexander Sauer und seine Frau Eva auf der Terrasse des gemeinsamen Hauses am Niederaulaer Birkenweg. Foto: Eisenberg

Niederaula. Mit seiner Frau Eva auf der Terrasse des gemeinsamen Hauses den Blick auf das Fuldatal und eine Tasse Kaffee genießen – ein rarer Moment für Landratskandidat Alexander Sauer.

Der 44-jährige Oberstleutnant leitet derzeit ein Ausbildungskommando der Bundeswehr in Leipzig. Immerhin: Dass er als Landrat stark eingebunden und viel unterwegs wäre, würde da keine große Umstellung bedeuten.

„Gemeinsam Tatort schauen, das gibt es bisher nicht“, erzählt Sauers Frau Eva lachend. Auf der Kirmes in Niederaula haben sich beide vor 20 Jahren kennengelernt, seit 16 Jahren sind die Krankenpflegerin und der Berufssoldat verheiratet. Die Söhne studieren mittlerweile in Schwerin, sind aber nach wie vor gerne in Niederaula.

Dass das Haus und der gepflegte Garten am Ortsrand heute wieder Schmuckstücke sind, ist nicht selbstverständlich: Nach einem Feuer im Jahr 2011 musste das Gebäude fast komplett abgetragen werden. Die Familie lebte während dieser Zeit in einer Behelfsunterkunft. „Niederlagen machen stärker“, sagt Sauer rückblickend. Das gelte politisch auch für seine Bürgermeisterkandidatur im Jahr 2008. Sauer unterlag, damals noch für die CDU, dem heutigen Rathauschef Thomas Rohrbach. Bei der Landtagswahl 2013 trat Sauer dann als Direktkandidat für die AfD an. Der 44-Jährige stammt nach eigenem Bekunden aus einem „roten Elternhaus“, trat Ende der 1980er-Jahre in die SPD ein. Die zögerliche Haltung der Partei zur Einheit habe ihn schließlich zum Wechsel in die CDU veranlasst. Mit den Christdemokraten brach er 2013 aus Protest gegen die Bundes- und Landespolitik.

„Ich habe lieber die Partei gewechselt, als meine Überzeugung“, erklärt der 44-Jährige. Jetzt gehört er der AfD an, tritt bei der Landratswahl aber als unabhängiger Kandidat an: „Für die lokale Ebene habe ich eigene Ziele formuliert“, erklärt er. Sauer hatte als erster der fünf Kandidaten seinen Hut in den Ring geworfen, um den Wahlkampf dosiert über ein Jahr führen zu können. Gerade kommunalpolitisch habe man die Möglichkeit, sein direktes Lebensumfeld selbst mitzugestalten, erklärt der Oberstleutnant, der bei der Bundeswehr Politik studiert hat. In seinem Beruf sei er immer direkt politischen Entscheidungen ausgesetzt: „Wenn man auf dem Balkan oder in Afghanistan im Einsatz ist, dann möchte man schon wissen, warum das so ist“. Nach dem Abitur an der Modellschule Obersberg im Jahr 1990 war Sauer an verschiedenen Bundeswehrstandorten eingesetzt.

„Meinen Lebensmittelpunkt hatte ich aber immer in Niederaula“, erzählt er. Seit 2006 ist er Gemeindevertreter. In der Marktgemeinde verbringt er auch seine Freizeit – mit der Familie und langen Spaziergängen mit Mischlingshündin Bonnie. Texte links

Von Jan-Christoph Eisenberg

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