Am Nöll wird kein Basalt mehr abgebaut, der Steinbruch ist aber noch Betriebsgelände

Sorge um Teich und Hang

Ungesicherte Kanten: Die Felswände des Steinbruchs am Nöll bei Oberaula führen teilweise senkrecht in die Tiefe. Schilder weisen darauf hin, dass der Steinbruch nicht betreten werden darf (kleines Bild). Fotos: Waldinteressenten Oberaula/nh

Oberaula. Die letzten Basaltbrocken wurden vor über zehn Jahren aus den Felswänden des Nöll bei Oberaula gesprengt. Im Steinbruch hat sich ein See gebildet, langsam erobert sich die Natur den ehemaligen Tagebau zurück.

Doch dieser auf den ersten Blick idyllische Eindruck des Geländes täuscht. Denn noch immer ist der Steinbruch offiziell ein aktiver Betrieb der Basalt-Aktiengesellschaft Bayern-Mitteldeutschland und darf deshalb nicht betreten werden. Eigentümer der insgesamt 180 Hektar Wald, in dem auch das 14 Hektar große Steinbruch-Areal liegt, sind die Waldinteressenten Oberaula. Eigner der insgesamt 115 Waldanteile sind neben der Gemeinde zahlreiche Oberaulaer Bürger. Pächter und Betreiber des Steinbruchs ist die Basalt-AG. „Wir haben einen Abschlussbetriebsplan eingereicht“, erklärt Torsten Honkisch, Leiter der Bergbauplanung des Erfurter Unternehmens, auf Anfrage. Derzeit würden die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange eingeholt. Erst nach Abschluss dieses Verfahrens sei klar, wann und mit welchen Auflagen das Gelände an die Waldinteressenten zurückgegeben werde. Ziel sei die Rekultivierung. Unter anderem müssten vorher noch asphaltierte Flächen entsiegelt, Steilhänge entschärft und verschiedene Naturschutzauflagen umgesetzt werden, erläutert Honkisch.

In Absprache mit den Waldinteressenten habe die Gemeinde in ihrer Stellungnahme vor allem auf zwei Aspekte Wert gelegt, erläutert Bürgermeister Klaus Wagner. So sollten alle Steilufer gesichert werden. „Teilweise geht es am Seeufer sechs bis sieben Meter senkrecht in die Tiefe“, verdeutlichen Markus Boländer und Nils Willhardt von den Waldinteressenten die Gefahrenlage.

Sorgen bereite aber auch der See selbst. Weil es für das Gewässer bisher keinen kontrollierten Ablauf gibt, fürchtet Bürgermeister Wagner, dass schlimmstenfalls Teile der Abraumhalde in einer Schlammlawine weggespült werden. Als der Nöll kürzlich in der Jubiläumsserie unserer Zeitung vorgestellt wurde, war der Eindruck erweckt worden, das Gelände sei frei zugänglich. Tatsächlich ist das Betreten aus Sicherheitsgründen dort verboten, Schilder und Schlagbäume an den Zufahrten weisen darauf hin.

Gefahr nicht erkennbar

„An einigen Stellen besteht Absturzgefahr, außerdem kommt es an Steilwänden und Böschungen zu Erdrutschen. Diese Gefährdungen sind im Betriebsgelände nicht ausgewiesen und für Betriebsfremde auch nicht erkennbar“, warnt Torsten Honkisch.

„Wir verstehen, dass manche Leute Interesse an der Landschaft am Nöll haben. Aber die Sicherheit für Leib und Leben geht in diesem Fall einfach vor“, betont auch Markus Boländer von den Waldinteressenten.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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