Förderverein übergibt Unterschriften gegen Bettensteuer in Kirchheim

In Sorge ums Feriendorf

Freizeitangebot: Eine Jugendgruppe spielt im Feriendorf der Stadt Hannover Tischtennis.

Willingshain. Der Förderverein des Feriendorfs der Stadt Hannover auf dem Eisenberg bei Kirchheim sorgt sich um den Fortbestand der Freizeitanlage. Vorstandsmitglieder und Vertreter der niedersächsischen Landeshauptstadt haben gestern rund 800 Unterschriften gegen die Bettensteuer an Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch übergeben.

Die Abgabe treffe vor allem sozial Schwache, argumentierte der Vorsitzende des Fördervereins, Thomas Riebe. Schließlich sei die 1977 eröffnete Anlage mit 350 Übernachtungsplätzen dauerhaft defizitär und diene in erster Linie sozialen Zwecken. „Mit dem Feriendorf wird nie Geld verdient werden können“, betonte Riebe. Die Abgabe erhöhe den jährlichen Zuschussbedarf der städtischen Einrichtung von 600 000 Euro.

Weil in Hannover aufgrund knapper Kassen Einsparungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe in Höhe von 400 000 Euro im Gespräch sind, fürchten die Vereinsmitglieder um den Fortbestand.

Zugleich sei das Feriendorf aber auch ein wirtschaftlicher Faktor für die Autobahngemeinde. Es biete 20 Arbeitsplätze, arbeite überwiegend mit heimischen Firmen zusammen, locke Touristen in die Region und stehe auch Gruppen aus dem Landkreis offen. Die Unterzeichner der Unterschriftenlisten fordern die Gemeinde deshalb auf, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen von der Besteuerung auszunehmen.

Gegen die Bettensteuer: Gemeinsam mit Ferienkindern übergaben die Mitglieder des Fördervereins Feriendorf Eisenberg Unterschriften an Bürgermeister Manfred Koch (hinten, zweiter von links). Das Foto zeigt (hinten von links) Schriftführerin Anja Warnecke, den Vorsitzenden Thomas Riebe, Feriendorf-Leiterin Petra Nolte-Porteous, Sachgebietsleiter Thomas Rott und Verwalter Stefan Spill. Fotos: Eisenberg

Bürgermeister Manfred Koch nahm die Unterschriftenlisten entgegen und versprach, diese an die Gemeindevertretung weiterzugeben. Zugleich warb der Rathauschef um Verständnis für die Schutzschirm-Gemeinde. Für einen ausgeglichenen Haushalt seien auch die Bürger, etwa durch Verdopplung der Kindergartengebühren, stark belastet worden. Die Gemeinde habe den Tourismus und auch das Feriendorf – beispielsweise beim Bau des Badeteichs – unterstützt.

Familien nicht belasten

„Die Parlamentarier haben die Wahl, die Bettensteuer auszusetzen oder junge Familien weiter zu belasten“, verdeutlichte Koch. Der Rathauschef äußerte jedoch die Hoffnung, dass – sollte das Land für eine bessere Finanzausstattung der Kommunen sorgen – auch die Bettensteuer überdacht werden könne.

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