Das Theater Freiererer Olwettskepp aus Oberaula feierte sein 25-jähriges Bestehen

Mit Sketchen ging es los

Jubiläum: Bürgermeister Klaus Wagner übergab am Samstagabend kleine Geschenke an die Gründungsmitglieder der „Freiererer Olwettskepp“ Tanja Kaufmann-Krapp, Gerd Conradi, Holger Hehr, Ewald Manz (hinten von links) Sonja Euling, Kerstin Ide-Gümbel, Peter Hehr und Guido Keil (vorne von links) anlässlich des 25-jährigen Vereinsbestehens. Foto: Löwenberger/nh

Friedigerode. Zu einem Jubiläum begrüßte der Vorsitzende der Freiererer Olwettskepp, Ewald Manz, die Gäste am Samstag im prall gefüllten Dorfgemeinschaftshaus: Auf den Tag genau vor 25 Jahren, am 20. September 1987, stand der erste Theaterauftritt der Truppe, die sich aus 15 Mitgliedern der Burschenschaft gebildet hatte, auf dem Programm.

Das Programm lehnte sich damals stark an das Fernsehen an. Sketche wurden nachgespielt, es gab eine „Tagesschau“ und den „Report“ aus Friedigerode und eine Persiflage auf die damalige Kultsoap „Dallas“.

In den Jahren darauf parodierte die „Theatergruppe der Burschenschaft Friedigerode“ die „Schwarzwaldklinik“, die „Lindenstraße“ und das „Aktuelle Sportstudio“

1990 kam mit „Die Spinnstubb“ die erste eigene Soap auf die Bühne und zwei Jahre später „Die Familie Olwettskepp“, von der es bis 1996 insgesamt elf Folgen gab.

Im Januar 1995 lösten sich die Schauspieler von der Burschenschaft und gründeten den eigenständigen Verein „Die Freiererer Olwettskepp“. Am besten treffe die Bezeichnung Quatschköpfe die Bedeutung von Olwettskepp, erklärte Manz.

Es wird viel gelacht

Als solche habe sich die Truppe auch immer verstanden. „Da, wo wir auftreten, wird gelacht“, sagte der Chefschauspieler, „unsere Besucher sollen sich freuen und Spaß haben. Mehr wollen wir nicht“ – und das Markenzeichen sei natürlich der Friedigeröder Dialekt. Im Zweijahresrhythmus laden die Olwettskepp in der Regel zu vier Theaterabenden in das Dorfgemeinschaftshaus ein.

Meist stehen zwei etwa einstündige Lustspiele, Sketche oder Parodien auf dem Programm, die natürlich im Vorfeld aufwändig ins „Freiererer Platt“ übersetzt werden.

Dazu gibt es kleinere Auftritte bei Veranstaltungen wie zum Beispiel Seniorennachmittagen, oder ein legendäres Open-Air Krippenspiel im Jahr 2001. Besonders wies Manz darauf hin, dass der Verein seit seiner Gründung keinerlei Fördergelder beantragt oder bekommen habe.

Stattdessen trete man selbst als Spender für karitative Zwecke, meist für Kinder, auf. Der lustigen Gruppe entsprechend hatte Bürgermeister Klaus Wagner statt pathetischer Grußworte Lob und Anerkennung in einem flockigen Gedicht untergebracht und erntete dafür reichlich Applaus.

Getoppt aber wurde er von Pfarrer Rainer Knoth. Der begann seine sehr launige Rede mit „25 Jahre - ach, macht doch nicht so viel Theater.“

Seit 781 Jahren

Olwettskepp gäbe es in Friedigerode nicht erst seit 25, sondern mindestens seit 781 Jahren.

Dies sei allerdings kein Anlass zur Häme, den weltweit gäbe es Olwettskepp mindestens seit Adam und Eva. Gemeinsam mit den Sketchen und den Auszügen aus Stücken vergangener Jahre erlebten so die rund 130 Besucher einen etwa zweistündigen Festkommers, bei dem kein Auge trocken blieb. (nh)

Von Bernd Löwenberger

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