Rückstände verschmutzen Gewässer bei Niederaula – Graben muss ausgebaggert werden

Sickersaft lief in den Bach

Rückstände liefen aus: Über einen Graben (unter der Schnellbahnbrücke) ist offenbar Sickersaft aus einem Silo in den Hattenbach gelangt. Das Gewässer fließt im Vordergrund, dahinter ist die Biogasanlage zu sehen. Foto: Eisenberg

Niederaula. An der Stelle, an der ein trübes Rinnsal in den Hattenbach mündet, liegt ein stechender Geruch in der Luft. Sickersaft aus einem Lagersilo ist hier bei Niederaula vom Gelände einer Biogasanlage ausgetreten und über einen Seitengraben bis in das Gewässer gelangt.

Wie der Pressesprecher des Regierungspräsidiums Kassel, Michal Conrad, gegenüber unserer Zeitung mitteilte, sei das Gewässer auf einer Länge von etwa zehn Metern biologisch tot. Fische habe es in dem Abschnitt allerdings nicht gegeben. Die Verunreinigung sei offenbar durch ein Leck über eine Drainageleitung in den Graben und von dort in das Gewässer geflossen. Seit dem 26. November sei das Problem bekannt.

Das Regierungspräsidium habe den Betreiber der Biogasanlage als Verursacher mündlich angewiesen, die defekte Leitung abzuklemmen, den Graben auszubaggern und den Bach in Absprache mit der Gemeinde auf einer Länge von zehn Metern in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen. Strafzahlungen seien damit nicht verbunden. Manfred Henning aus Raboldshausen, der die Biogasanlage betreibt, hat nach eigenen Worten die Drainageleitung mittlerweile an seine Entwässerung angeschlossen und somit das Auslaufen gestoppt.

Allerdings liege die Ursache nicht auf dem Gelände seines Betriebes. Dort münde nur die Drainageleitung, das Leck und damit die Ursache für die Brühe müsse sich auf dem Grundstück eines benachbarten landwirtschaftlichen Betriebes befinden.

Empört über diese Aussage zeigt sich der betroffene Landwirt. Seine Stallanlage sei durch alle zuständigen Behörden geprüft und auf seinem Grundstück werde alles ordnungsgemäß und überprüft entsorgt. Gegen ihn als Verursacher spreche auch die erhebliche Entfernung zwischen Stall und Graben.

Kein Kontakt mit Behörde

Außerdem sei mit ihm noch keine Behörde in Kontakt getreten, teilt der Landwirt, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, mit.

Auch das Regierungspräsidium in Kassel geht derzeit laut Sprecher Michael Conrad davon aus, dass die Ursache für die Verschmutzungen des Hattenbachers auf dem Gelände der Biogasanlage liegt.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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