Insolvenzverwalter: Langfristig Personalabbau

Seepark: Weiter ohne Ferienhäuser

Weiter ohne Ferienhäuser: Der vorläufige Insolvenzverwalter sieht gute Chancen für die Fortführung des Hotelbetriebes im Kirchheimer Seepark. Foto: Eisenberg

Kirchheim. Relativ gute Chancen für eine Weiterführung des Hotelbetriebes im Kirchheimer Seepark sieht der vorläufige Insolvenzverwalter für die Betriebs-GmbH, Dr. Hans-Jörg Laudenbach. Der Gießener Rechtsanwalt war am Donnerstag vom Bad Hersfelder Amtsgericht als vorläufiger Insolvenzverwalter für die Anlage bestellt worden und war noch am selben Tag zu einer ersten Bestandsaufnahme in den Seepark gefahren.

Die Voraussetzungen dort seien, so Laudenbach, vergleichsweise gut. Die insolvente Betriebs-GmbH und die Kommanditgesellschaft, in deren Besitz die Hotelimmobilie ist, haben mit dem Kasseler Kaufmann Andreas Engelhoven ein und denselben Geschäftsführer. „Wir müssen deshalb nicht mit dem Immobilienbesitzer verhandeln, ob der Pachtvertrag für das Hotel bestehen bleibt“, so Laudenbach. Zudem habe die insolvente GmbH keinerlei Verbindlichkeiten bei Banken. Allerdings habe das Unternehmen seinen Mitarbeitern für den Oktober keine Löhne zahlen können. Grund sei, dass für die Unterbringung von Amazon-Leiharbeitern gebuchte Ferienhäuser storniert worden seien. Das Hotel hatte die Häuser laut Laudenbach von den privaten Einzelbesitzern, überwiegend aus den Niederlanden, gepachtet und für die Amazon-Arbeiter freigehalten. Durch die Stornierung seien jetzt die notwendigen Einnahmen ausgeblieben.

Durch das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur seien die Gehälter der Mitarbeiter von Oktober bis einschließlich Dezember gesichert. Auch weil Amazon als Mieter in der Saure-Gurken-Zeit im Winter wegfalle, soll auf die Ferienhausvermietung verzichtet werden. Die Häuser sollen, so Laudenbach, an ihre Besitzer zurückgegeben werden. Denkbar sei, dass dass Hotel im Zuge der Umstrukturierung einen Service-Vertrag mit den Hausbesitzern schließe und diesen Mieter vermittle.

Den Hotelbetrieb sieht Laudenbach relativ gut aufgestellt, nach Einbrüchen in Folge des Imageschadens durch die Leiharbeiter-Reportage kämen nun die Tagungs-Kunden langsam zurück. Durch die Aufgabe der Ferienhausvermietung könne die Zahl von 60 Mitarbeitern langfristig nicht gehalten werden, meint der vorläufige Insolvenzverwalter. Wie viele Stellen abgebaut werden, darauf wollte sich Laudenbach nicht genau festlegen, nannte allerdings die Zahl von etwa einem Drittel. Für das kommende Jahr strebe er eine Übertragung des Hotelbetriebs an. Den könnte entweder der Hoteleigentümer Engelhoven oder ein anderer Investor übernehmen.

Betriebsversammlung

Zunächst gelte es aber, die Energie- und Lebensmittellieferanten sowie die Mitarbeiter bei der Stange zu halten, damit der Hotelbetrieb ohne Einschränkungen weiterlaufen kann. Bei einer Betriebsversammlung sollen die Mitarbeiter am heutigen Samstag über Einzelheiten informiert werden.

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