Erster Ostermarkt auf der Burg Herzberg lud zu einer Reise in vergangene Zeit ein

Schwerter für echte Ritter

Beim Oster- und Rittermarkt auf der Burg Herzberg fühlten sich auch die Besucher in vergangene Zeiten samt Ritter und Burgfräulein versetzt. Für die musikalische Unterhaltung sorgte unter anderem ein Harfenspieler. Fotos: Horst

Breitenbach/H. Auf der Burg Herzberg hat am Wochenende zum ersten Mal ein mittelalterlicher Ostermarkt stattgefunden. Die Besucher waren eingeladen, einen Einblick in das Leben von Rittern und Burgfräulein zu gewinnen. An zahlreichen Marktständen konnten die Besucher ihre „Taler“ gegen Ware aus einer anderen Zeit eintauschen. Für Unterhaltung sorgten unter anderem ein Harfenspieler, die mittelalterliche Musikgruppe „Heiter bis folkig“ und eine große Feuershow.

Neues Konzept

Etwa 25 Händler öffneten von Karfreitag bis Ostermontag ihre Zelte und boten zahlreiche Dinge an, die ein echter Ritter braucht. Angeboten wurden zum Beispiel Schwerter und Streitäxte aus Holz, warme Wollgewänder und Ledersandalen oder aber heißer Met zur Stärkung. Veranstalter Thomas Vorländer, der in der mittelalterlichen Szene nur der „Tiger“ genannt wird, spricht von einem „komplett neuen Konzept“.

Zwei wesentliche Ziele verfolgt er dabei: Der Ostermarkt soll familienfreundlicher und wieder attraktiver für die Ritterlager werden. Vor allem Kinder sollen Spaß haben, deshalb will er in Zukunft noch mehr Aktivitäten bieten. In diesem Jahr war das Ponyreiten eine neue Attraktion auf der Burg, für die Zukunft ist beispielsweise Bogenschießen für Kinder unter Anleitung von „ritterlichem Fachpersonal“ geplant.

Aber auch den „Insidern“ soll mehr geboten werden. Die Lagerwiese, auf der am Wochenende Mittelalterfans aus ganz Deutschland ihre Zelte aufgeschlagen hatten, soll weiter ausgebaut werden. Für die Ritter soll der Ostermarkt ein Trainingslager werden, auf dem sie sich duellieren können.

Sich aufs Wesentliche zurückbesinnen wollten die campierenden Gruppen.

Eine der Rittergruppen, die auf der Burgwiese campierten, nennt sich „ferrum et lilia fuldensis“. Das Lager war aus Fulda angereist, um vier Tage lang seine Zelte auf der Burgwiese aufzuschlagen. „Ziel ist die Wiederbelebung der Geschichte, das heißt die Zeit, wie sie damals war, so authentisch wie möglich zu leben“, merkt Mitglied Katharina Hohmann zu ihrem Lager an. Hier könne man nicht eben den Knopf des Wasserkochers drücken, um einen Tee zu machen, sondern müsse erst einmal Feuer machen und Wasser holen gehen.

Hohmann verbindet mit diesem Lebensstil eine „Rückbesinnung auf das Wesentliche“. Das Lager ist am Wochenende häufig auf mittelalterlichen Märkten unterwegs, doch den Herzberg empfindet es als besonders schön. Während manche Märkte mitten in der Innenstadt stattfinden, wirke die Burg Herzberg, mitten im Wald, geradezu romantisch.

Bis sie diese Atmosphäre wieder genießen können, müssen sich die Ritterlager nun bis zum Sommer gedulden, denn dann findet wieder ein großes Mittelalter-„Spektakulum“ auf der Burg Herzberg statt.

Von Laura Horst

Ostermarkt auf Burg Herzberg

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