Alarmübung für Kirchheimer Feuerwehren – 1500 Meter Schlauch verlegt

Schuften in der Sonne

Ein schrottreifer Pkw ersetzte bei der Alarmübung der Kirchheimer Feuerwehren am Freitagnachmittag ein angeblich abgestürztes Kleinflugzeug. Die Rettung des „Piloten“ stellte für die Rettungskräfte kein Problem dar. Foto: Bernd Löwenberger

Kirchheim. Mancher Feuerwehrmann war vermutlich gedanklich schon beim Grillanzünden und beim ersten kühlen Bier, als am Freitagnachmittag um 17.30 Uhr Alarm für die Kirchheimer Feuerwehren ausgelöst wurde.

Südlich vom Ortsteil Heddersdorf war hoch oben am Waldrand ein Sportflugzeug abgestürzt, der Pilot in der Maschine eingeklemmt. Durch den Absturz war eine benachbarte Schonung in Brand geraten. Das war das Szenario, das sich der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Mario Markgraf und die Wehrführer Heddersdorf, Frielingen und Ibratal, Thorsten Peter, Martin Bornschier und Holger Kamp für ihre Kameraden hatten einfallen lassen.

In der Realität wurde das Flugzeug durch einen schrottreifen Pkw ersetzt und von Feuer war weit und breit nichts zu sehen. Ohne Feuer kein Rauch, und so dauerte es eine ganze Weile, bis die ersten Einsatzkräfte an der abgelegenen Unfallstelle ankamen. Die Bergung des „Piloten“ war für die erfahrenen Kirchheimer Rettungsmannschaften Routine. Schwierig hingegen gestaltete sich die Bereitstellung von Löschwasser. Von der Brücke über die Aula in der Heddersdorfer Ortsmitte bis zur Brandstelle mussten eineinhalb Kilometer Schlauchleitung verlegt und dabei ein Höhenunterschied von etwa 100 Metern überwunden werden. Das war Schwerstarbeit pur und die sengende Sonne am Himmel und nahezu 30 Grad im Schatten sorgten dafür, dass der Schweiß in Strömen floss. Immerhin lösten die „Schlauchleger“ die Aufgabe mit Bravour.

Nicht das Auslegen der Schläuche sondern deren Befüllung sei das Problem, berichtete Gemeindebrandinspektor und Einsatzleiter Thomas Schneemilch. „Bei dieser Entfernung müssen rund sechseinhalb Kubikmeter Wasser in die Leitung gepumpt werden, ehe der erste Tropfen oben ankommt.“ Zudem müssten die Maschinisten die drei unterwegs eingebauten Verstärkerpumpen exakt aufeinander abgestimmt steuern.

Insgesamt waren 60 Einsatzkräfte aller Kirchheimer Feuerwehren aktiv. Erstmals wurden bei diesem „Einsatz“ ausschließlich digitale Funkgeräte eingesetzt. Das habe zwar hier und da zu Bedienungsproblemen geführt, im Großen und Ganzen aber gut funktioniert, berichtete der Einsatzleiter.

Bis die Schläuche wieder eingeräumt und alle Spuren beseitigt waren, waren mehr als drei Stunden vergangen. Bei der Abschlussbesprechung im Wald hatten sich alle Beteiligten ein erfrischendes Bier und eine schmackhafte Bratwurst vom Grill redlich verdient.

Von Bernd Löwenberger

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