Chronik der jüngsten Ereignisse: Motel und Landhotel sorgten für Schlagzeilen

Schon mehrfach insolvent

Mit neuem Betreiber: Das Kirchheimer Landhotel am Hattenberg ist wieder geöffnet, die Immobile steht unter Zwangsverwaltung.

Kirchheim. Das im Jahr 1970 eröffnete Motelcenter am Kirchheimer Dreieck, sowie das Landhotel am Hattenberg, das ursprünglich als reines Bettenhaus eines örtlichen Hotels errichtet worden war, haben in den vergangenen Jahren häufiger für Schlagzeilen gesorgt. Wir dokumentieren die Ereignisse der jüngeren Vergangenheit:

• Dezember 2007: Ein finnischer Investor zahlt den vereinbarten Kaufpreis in Höhe von 2,9 Millionen Euro für das Motel nicht. Weil mit dem Kaufpreis auch weitere Verbindlichkeiten des unter dem Namen Roadhouse Kirchheim firmierenden Motels abgedeckt werden sollten, meldet der Geschäftsführer Insolvenz an.

• Juni 2008: Die in den neuen Bundesländern beheimatete Immobiliengesellschaft Imovest übernimmt das Kirchheimer Motelcenter. Danach betreibt die von fünf holländischen Investoren gegründete Motel Roadhouse Kirchheim GmbH die Anlage.

• Oktober 2010: Nach der Insolvenz des Hotels am Hattenberg übernimmt Hanns-Karl Madelung, der zuvor das Bad Hersfelder Hotel Wenzel geführt hatte, den Betrieb. Im Auftrag der Sparkasse, die das Gebäude verkaufen möchte, soll er das Hotel auf dem Markt positionieren.

• März 2012: Knapp vier Jahre nach der Übernahme durch den holländischen Geschäftsmann Piet van de Koolwijk scheint sich das Motel langsam aufzurappeln. Die Gesellschaft investiert eine Million Euro in die Renovierung der drei Häuser, in denen die Gäste übernachten.

• Juni 2012: Das Kirchheimer Motel wird Franchisenehmer der Louvre Hotels Group.

• Mai 2013: Ein Käufer für das Landhotel am Hattenberg ist gefunden: Der niederländische Geschäftsmann Emiel Lantink übernimmt die Anlage. Er ist sowohl an der Betreibergesellschaft, als auch an der Eigentümergesellschaft der Immobilie beteiligt.

• Februar 2014: Die Betreibergesellschaft des Kirchheimer Motels meldet erneut Insolvenz an. Der Betrieb läuft vorerst weiter.

• März 2014: Die niederländisch-belgische Betreibergesellschaft Artemis übernimmt nach der Insolvenz den Betrieb des Motelcenters (nicht die Immobilie, die einem anderen Unternehmen gehört). Der Betrieb wird weitergeführt. Den Kaufpreis für die Übernahme zahlen die neuen Betreiber an den Insolvenzverwalter zunächst nicht. Er lässt diesen per Pfändung einziehen.

• März 2014: Die Betreibergesellschaft des Kirchheimer Landhotels meldet Insolvenz an. In der Folgezeit übergibt der Insolvenzverwalter den Betrieb an eine Unternehmergesellschaft (UG), in der ebenfalls der vorherige Betreiber Emiel Lantink agiert. Er erhält den Vorzug, weil er über die Eigentümer-GmbH auch über die Immobilie verfügt, was die Voraussetzung für den Weiterbetrieb ist. Den vereinbarten Kaufpreis zahlt Lantink nicht.

• August 2014: Eine Übergabe des Landhotels an Daniel van Gorp, den Sprecher der Geschäftsführung der Motel-muttergesellschaft Artemis, scheitert, weil Emiel Lantink nach der Insolvenz den Kaufpreis an den Insolvenzverwalter nicht bezahlt hat. Mitarbeiter berichten von chaotischen Zuständen. Lantink soll keine Sozialversicherungsbeiträge abgeführt haben, ein Großteil der Angestellten bekommt keinen Lohn mehr. Auf ihr Geld warten auch die Besitzer von Ferienhäusern im Kirchheimer Seepark, die diese über Lantinks Firma ETG vermarktet hatten.

• 25. August 2014: Das Regierungspräsidium Gießen gibt bekannt, dass es bis zu 300 Flüchtlinge aus Krisengebieten im Kirchheimer Motel unterbringen will. Die ersten 50 Personen kommen noch am selben Tag in Kirchheim an.

• September 2014: Am Rande einer Informationsveranstaltung geben die Motel-Betreiber über ihren Anwalt bekannt, dass sie die Gründung einer Hotel A7 GmbH vorbereiten, die das Landhotel übernehmen soll. Das verzögert sich jedoch wegen ungeklärter Eigentumsverhältnisse. Während der Informationsveranstaltung räumt der Betreiber ein, dass Zahlungen des Motels an die Gemeinde ausstehen.

• 15. Oktober 2014: Die in Gründung befindliche Hotel A7 GmbH übernimmt den Betrieb im Hotel am Hattenberg.

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