Die Suchthilfeeinrichtung Herzberghaus soll modernisiert und umgebaut werden

Scheune weicht Neubau

Umbaupläne: Kurt Dörrbeck, Leiter des Hephata-Fachbereiches Soziale Rehabilitation (links) und Architekt Kurt Baumunk (rechts) betrachten die Entwürfe für die Modernisierung des Herzberghauses. Die Scheune im Hintergrund wird abgerissen. An das Gebäude links wird ein dreigeschossiger Neubau angebaut. Foto: Eisenberg

Oberjossa. Am Herzberghaus in Oberjossa sollen noch in diesem Sommer die Baumaschinen rollen. Die Hilfseinrichtung der Hephata-Diakonie für Menschen mit Suchtproblemen wird umgebaut und modernisiert.

Derzeit bietet die Einrichtung 45 Plätze für chronisch mehrfach beeinträchtigte Abhängigkeitskranke. 1981 war das Herzberghaus aus einer Selbstinitiative auf dem Corell’schen Hof in Oberjossa entstanden. „Damals war die Unterbringung in Doppelzimmern fortschrittlich“, erklärt der Leiter des Hephata-Geschäftsbereiches soziale Rehabilitation, Kurt Dörrbeck.

In den Anfangsjahren arbeiteten die Bewohner in der Landwirtschaft und züchteten in Oberjossa die Ferkel für die Hephata-Schweinemast. Nach den neuesten Standards für artgerechte Tierhaltung in der Bio-Landwirtschaft sei dies nicht mehr möglich gewesen. Übriggeblieben ist noch etwa ein Hektar Gartenland. Das dort erzeugte Feldgemüse wird auch weiterhin, ebenso wie die an anderen Standorten hergestellten Fleisch- und Wurstwaren, im Hofladen des Herzberghauses verkauft. Die meisten Bewohner arbeiten in der Schreinerei der Diakonieeinrichtung in Breitenbach.

Im Zuge der Umbauarbeiten wird die ehemalige Scheune des Hofes abgerissen und durch ein dreigeschossiges Wohngebäude ersetzt. „Wir hätten die Scheune gerne umgebaut. Das ist aber schon wegen der unterschiedlichen Geschosshöhen nicht möglich“, erläutert Architekt Kurt Baumunk aus Schwalmstadt.

Der Neubau soll direkt mit dem talseitigen Gebäudetrakt verbunden werden. Aus Brandschutzgründen bleibt auf der anderen Seite eine Lücke. Teile der Scheunen-Außenwand sollen jedoch erhalten werden, um den Charakter des Dreiseitenhofes zu wahren. Während des Umbaus entstehen Einzelzimmer mit eigenem Bad sowie ein zentrales Pflegebad. Ein Aufzug sichert einen barrierefreien Zugang. Nach Abschluss der Arbeiten bietet das Herzberghaus nur noch 34 Wohnheimplätze. Der Personenkreis wird jedoch um körperbehinderte Suchtkranke und zehn Plätze in der sogenannten geschützten Unterbringung erweitert. „Es handelt sich um Menschen, die sich durch ihrer Erkrankung selbst gefährden würden. Etwa weil sie die Alkoholmenge selbst nicht kontrollieren können und deshalb die Gefahr besteht, dass sie vor ein Auto laufen“, erläutert Dörrbeck. Deshalb dürfen diese Bewohner die Einrichtung nur in Begleitung verlassen. Es handele sich nicht um eine Forensik oder Straftäter, unterstreicht Dörrbeck. Rund 2,8 Millionen Euro soll der Umbau kosten. 1,7 Millionen Euro übernimmt der Landeswohlfahrtsverband. Die Arbeiten sollen bis Ende 2014 abgeschlossen sein. In der Zwischenzeit wird ein Teil der Bewohner in ein Hotel im benachbarten Niederjossa ausquartiert.

Von Jan-Christoph Eisenberg

Kommentare