250 Dinge (113): Der Silbersee mit dem Freizeitzentrum in Breitenbach am Herzberg

Ein Schatz am Waldrand

Einfach mal die Seele baumeln lassen: Die malerische Umgebung und die überschaubare Größe geben dem „Silbersee“ seinen besonderen Reiz. Foto: Urban

BREITENBACH/H. Wie Nadeln sticht das frische Quellwasser auf der Haut. Es rinnt in knapp zwei Metern Höhe aus einem Rohr an der Westseite direkt in den Silbersee, eine Dusche darunter ist die perfekte Vorbereitung für den Sprung ins kühle Nass.

Auf dem Beachvolleyballfeld vor dem Campingplatz pritschen Teenager den Ball übers Netz, Kinder planschen am flachen Ufer und bauen Sandburgen, während die Erwachsenen von der Picknickdecke aus zuschauen. Wo früher kleine Piraten und Schatzsucher ihre Abenteuer erlebten, nisten heute Bachstelzen und Enten: Betreten der Insel und des Seerosenbereiches verboten.

Auf dem Steg an der Südseite lassen zwei Bikini-Girlies die Beine im Wasser baumeln und tippen auf dem iPhone. Oberhalb des Weges klappern Camper mit Tellern.

1971 baute die Gemeinde Breitenbach das Naherholungszentrum mit Campingplätzen für Dauer- und Durchgangscamper und einem Imbiss. Die nahegelegenen „Silbersee“-Wiesen, ein Feuchtgebiet, gaben dem rund 12000 Quadratmeter großen Badesee seinen Namen. Gespeist wird er hauptsächlich aus dem Riegelbach.

Heute bietet das Freizeitgelände am Fuß des Rimbergs rund 130 Stellplätze für Dauercamper und 100 Durchgangsplätze, einen Sandstrand mit Beachvolleyballfeld, einen Tennisplatz, Angelteiche sowie ein Restaurant mit Biergarten, Terrasse und Grillhütte. Einige der Dauercamper sind dem Breitenbacher Freizeitzentrum seit seiner Geburtsstunde treu. Sie genießen die idyllische Lage und die überschaubare Größe der Anlage, sammeln im Herbst Pfifferlinge und Stockschwämme im Wald, bauen im Winter schon mal eine Schnee-Bar im Vorgarten und plaudern beim Einkauf mit den Einheimischen. Auf der Nordseite, im Schatten des Waldes, lässt eine Gruppe junger Leute johlend ein Schlauchboot zu Wasser. Ein Herr mit Hund spaziert auf dem höher gelegenen Fahrweg vorbei. Vom Durchgangs-Campingplatz schallen Anfeuerungsrufe, eine Jugendfeuerwehr macht Wettspiele. In der Ferienzeit kommen Jugendgruppen verschiedenster Vereine und Verbände gern und regelmäßig hierher.

Hochbetrieb

Etwas abseits grillen drei Motorradfahrer. In der Gaststätte „Zum Silbersee“ herrscht Hochbetrieb. Am Kiosk-Tresen deckt sich eine Traube Halbwüchsiger mit Getränken, Pommes und Eis ein und nebenan liefern sich Tennisspieler ein gemischtes Doppel. Gegen Abend, wenn die meisten Badegäste längst zu Hause sind, nutzen Angler die Ruhe am See. Um Besatz und Pflege der Fische kümmert sich der Fischereiverein ebenso wie um die Angelteiche unterhalb des Parkplatzes.

Vögel singen und die Wasserfläche glitzert in der untergehenden Sonne. Es sieht aus, als wolle der „Silbersee“ zeigen, dass er seinen Namen zu Recht trägt.

Von Dagmar Urban

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