Alter Hersfelder Hof: Gemeinde Niederaula bietet Hilfe bei Investorensuche an

Schandfleck soll weichen

Trostloser Anblick: Nach einem Brand im Jahr 2009 blieb der ehemalige Hersfelder Hof – hier ein Archivfoto aus dem Jahr 2013 – als Brandruine in der Ortsmitte von Niederaula zurück. Nach einem Beschluss der Gemeindevertretung soll die Gemeinde den Eigentümer jetzt bei der Investorensuche unterstützen. Archivfoto: Eisenberg

Niederaula. Die Brandruine des ehemaligen Hersfelder Hofes an der Hauptstraße in Niederaula soll in absehbarer Zeit von einem Schandfleck zu einem herzeigbaren Objekt werden – zumindest wenn es nach der Mehrheit der Niederaulaer Gemeindevertretung geht.

Ein entsprechender Antrag wurde am Donnerstag mit den Stimmen der SPD-Fraktion in der Gemeindevertretung beschlossen. Die Sozialdemokraten hatten das Thema auch auf die Tagesordnung gebracht. Dem Eigentümer, einem Bad Hersfelder Architekten, sei es aus eigener Kraft nicht gelungen, das Anwesen einer neuen Nutzung zuzuführen, begründete der SPD-Fraktionsvorsitzende Bernhard Hirschbrich den Antrag.

Durch den Beschluss wird der Gemeindevorstand zu zwei konkreten Maßnahmen aufgefordert: Die Gemeinde soll durch die Bauaufsicht des Kreises prüfen lassen, ob das mit Bauzäunen abgesperrte Objekt noch den Sicherungsvorschriften entspricht. Dabei solle, gegebenenfalls durch weitere Gespräche, auf den Abriss hingewirkt werden.

Nicht selbst investieren

In einem weiteren Schritt soll die Gemeinde den Eigentümer verstärkt bei der Suche nach potenziellen Investoren unterstützen, dabei aber ausdrücklich selbst nicht als Käufer auftreten. Nicht mitgetragen wurde der Antrag von der CDU. Auch er wolle, dass der Schandfleck verschwinde, sehe in dem Antrag aber keinen Sinn, begründete Rolf Müller das Abstimmungsverhalten. Dass die Verwaltung in Sachen Sicherheit den Kontakt mit der Bauaufsicht aufnehme, um Gefahren abzuwenden, halte er für eine Selbstverständlichkeit. Die Investorensuche sei hingegen nicht Aufgabe der Gemeinde: „Wir haben schließlich noch mehr Schandflecke. Deren Besitzer müssten wir dann alle ans Händchen nehmen“, verdeutlichte Müller.

Am 30. Januar 2009 war der ehemalige Gaststättenkomplex in Flammen aufgegangen. Wie sich später herausstellte, hatten Jugendliche dort gezündelt. Nach dem Großeinsatz der Feuerwehren mit mehr als 100 Einsatzkräften blieb das Gebäude als Brandruine in der Ortsmitte von Niederaula zurück. Vor dem Feuer hatte der Eigentümer Pläne für ein betreutes Wohnen vorgestellt; zuletzt mit dem DRK-Kreisverband als Partner. Diese hatten sich dann allerdings zerschlagen.

Pläne zerschlugen sich

An den geplanten Eigentumswohnungen habe nicht genügend Interesse bestanden, hieß es seinerzeit. Auch der DRK-Kreisverband, der wenig später im Rechtsstreit mit seinem früheren Geschäftsführer lag und dessen Tochtergesellschaften Insolvenz anmelden mussten, verfolgte das Projekt nicht weiter.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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