Streit um Straßenbeiträge geht weiter

Rohrbach: Die Zahlen sind falsch

Niederaula. Der Streit um die Straßenbeiträge in der Marktgemeinde Niederaula geht weiter. Nachdem der Verein Bürger für Niederaula in einer Pressemitteilung den Inhalt eines Fernsehbeitrags verteidigt hat (unsere Zeitung berichtete), erneuert jetzt Bürgermeister Thomas Rohrbach seine Kritik. Die im Bericht genannten Zahlen seien selbst dann falsch, wenn zu den Straßenbeiträgen noch die Abgaben für den privaten Wasser- und Abwasserabschluss, die Erneuerung der Wasser- und Kanalleitung sowie die Umlage zur Modernisierung der Kläranlage hinzugerechnet würden. Dieses Argument hatten die Bürger für Niederaula ins Feld geführt.

Genau unterscheiden

„Generell sollte bei der Verwendung von großen Zahlen unterschieden werden, ob diese die Fläche eines Bauplatzes oder mehrerer Bauplätze betreffen, was im Fernsehbericht nicht geschehen ist“, schreibt Rohrbach. Am Beispiel eines älteren Ehepaares, für das im Film Beiträge in Höhe von 20 000 bis 25 000 Euro genannt worden waren, rechnet Rohrbach vor: In den Anliegerversammlungen sei für die bereits ausgebaute Breslauer Straße ein Schätzbetrag von neun Euro pro Quadratmeter und für die noch auszubauende Königsberger Straße ein Schätzbetrag von sechs Euro pro Quadratmeter genannt worden. Das ergebe bei Berücksichtigung der zweigeschossigen Bebauung und der Mehrfacherschließung einen Straßenbeitrag von 9 250 Euro.

Hinzu kämen die Hausanschlüsse für 1548 Euro sowie ein Wasser- und Abwasserbeitrag von insgesamt 1 951,29 Euro, was einer Gesamtbelastung in Höhe von 12 700 entspreche. „Selbst bei einer Anhebung des Wasser- beziehungsweise Abwasserbeitrages auf insgesamt fünf Euro würde dies eine zusätzliche Mehrbelastung von 2600 Euro bedeuten, wodurch keinesfalls 25 000 erreicht werden“, unterstreicht Rohrbach, der zudem darauf hinweist, dass Wasser- und Kanalbeitrag im Rahmen der Globalberechnung von allen Eigentümern im Gemeindegebiet gezahlt werden müssten. Die anfallenden Kosten stellten zweifelsohne eine hohe Belastung für die betroffenen Anlieger dar, schreibt der Bürgermeister.

Sie lägen aber deutlich unter den Aussagen des Vereins „Bürger für Niederaula“, „der bei genauerer Recherche sicherlich die von mir genannten Beträge hätte auch ermitteln können“, schreibt Rohrbach. Das sei aber offenbar nicht gewollt. (red/jce)

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