Abbrecherquote in Kasernen in Rotenburg und Schwarzenborn liegt unter dem Bundestrend

Rekruten halten durch

Anstrengende Ausbildung: Wehrdienstleistende sollten körperlich fit sein – hier Soldaten der Ausbildungskompanie des Jägerregiments Schwarzenborn bei einer Übung im Vogelsbergkreis. Foto: Grede

Rotenburg/Schwarzenborn. Bundesweit steigt die Zahl der Abbrecher unter den Wehrdienstleistenden. Beim 6. Feldjägerbataillon 251 in Rotenburg und beim Schwarzenborner Jägerregiment stemmt man sich da gegen den Trend: In Rotenburg liegt die Abbrecherquote für das Jahr 2012 nur bei 15,6 Prozent, in Schwarzenborn sind es 22 Prozent.

160 Rekruten hätten im vergangenenen Jahr in Rotenburg ihren freiwilligen Wehrdienst angetreten, teilt Oberleutnant Marius André, Chef der Rotenburger Ausbildungskompanie, auf Anfrage mit. 135 davon hätten ihren Dienst normal, 25 vorzeitig beendet, berichtet André. Die Gründe für den vorzeitigen Abbruch lägen meist im Privaten, etwa der weiten Entfernung zum Heimatort oder der ungewohnten Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften, sagt der Kompaniechef. Allerdings gebe es auch Rekruten, die wegen eines lukrativereren Jobangebotes vorzeitig aus der Bundeswehr ausscheiden.

„Unsere Rekruten sind angehende Zeitsoldaten, da ist die Motivation natürlich besonders hoch“, führt der Oberleutnant weiter aus, warum die Abbrecherquote in Rotenburg niedriger sei als im Bundesschnitt.

200 Wehrdienstleistende

In Schwarzenborn lag die Abbrecherquote im vergangenen Jahr bei 22 Prozent. Hier waren nach Angaben des Kommandeurs, Oberstleutnant Helmut Remus, in der 10. Kompanie des Regiments 200 junge Männer als freiwillig Wehrdienstleistende angetreten. 44 von ihnen haben ihren Dienst innerhalb der ersten drei Monate quittiert. Laut Remus gelten die gleichen Gründe, wie in Rotenburg, teilweise seien die Motive auch nicht bekannt.

„Hochmotiviert“

Insgesamt sieht der Kommandeur die Abbrecherquote im Jägerregiment nicht als dramatisch an. Mit der zivilen Wirtschaft könne man angesichts dieser Zahlen durchaus mithalten. Remus: „Knapp 80 Prozent stehen ihren Wehrdienst hier hochmotiviert durch – das nehme ich sehr positiv wahr.“

Von Sylke Grede und Jan-Christoph Eisenberg

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