Silbermedaillengewinnerin Manuela Schmermund in der Heimat begeistert empfangen

Rio ist ein reizvolles Ziel

MENGSHAUSEN. Ein Dorf feiert seine Medaillengewinnerin: Manuela Schmermund wurde im Schützenhaus in Mengshausen von ihren Vereinskameraden und Gästen begeistert empfangen. Viele Hände musste die erfolgreiche Sportlerin schütteln, die das erste Edelmetall für Deutschland bei den Olympischen Spielen für Menschen mit Handicap in London errungen hat.

Das war der Startschuss für einen gelungenen Auftritt der deutschen Mannschaft in der britischen Hauptstadt, die im Medaillenspiegel den achten Platz belegte. Über dieses Ereignis und das Geschehen rund um die Spiele in London berichtete die Silbermedaillengewinnerin, die immer wieder vom Applaus der Besucher unterbrochen wurde. Sogar das Fernsehen und der Hörfunk waren dabei, als die mehrfache Sportlerin des Jahres im Landkreis Hersfeld-Rotenburg über ihre Zukunft sprach: „Ich werde nicht aufhören, aber auch nicht im Voraus für vier Jahre planen!“ Rio 2016 könne auch für sie durchaus reizvoll sein. Das Olympischen Dorf direkt am Strand könne sie schon locken.

„Ich werde nicht aufhören, aber ich werde auch nicht für vier Jahre planen“

Manuela Schmermund

Doch im Vordergrund ihrer Planungen steht jetzt ein ganz anderes Projekt: die Luftgewehr-Bundesliga. Die neue Saison beginne schon im Oktober. Deshalb werde sie sich nur eine ganz kurze Pause gönnen. Ihre Mannschaft habe schließlich große Ziele: In den Gruppenwettkämpfen einen Platz in der ersten Tabellenhälfte belegen. Das sei die Eintrittskarte für das Bundesligafinale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft.

Diesen Saisonhöhepunkt richtet die SG Mengshausen vom 1. bis zum 3. Februar 2013 in Göbels Hotel Arena in Rotenburg selbst aus. Zu diesem Ereignis lud Manuela Schmermund alle Besucher ebenso ein wie zum Bundesligaheimwettkampf am 12. und 13. Januar in der Großsporthalle Niederaula.

Ihr persönlicher Rückblick zu den Paralympics London fiel nicht ganz so euphorisch aus. Trotz ihrer langen Erfahrung sei sie in den Wettkämpfen doch ein Nervenbündel ohne Ende gewesen.

Toller Einsatz

Sie habe sich kaum getraut, die Schüsse auszulösen. Nur im Luftgewehrfinale habe sich das ein wenig gelegt. Als ein Erdbeben aus heiterem Himmel bezeichnete Manuela Schmermund die Sieben im Sportgewehrfinale. Am Ende habe sie den fünften Rang aus dem Vorkampf in diesem Finale aber noch gehalten. Ganz toll sei der Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer in London und die Begeisterung und der Beifall der vielen Zuschauer gewesen.

Nicht so begeistert war die Silbermedaillengewinnerin von der Organisation und der Unterkunft: Acht Personen in einem Apartment. „Das war ganz einfach nur schlecht“, stellte sie fest. Danke sagte die erfolgreiche Sportschützin allen ihren Helfern und Unterstützern, insbesondere aber ihrer Mutter Christine, die sie auch in London begleitete und betreute.

Der Höhepunkt zum Abschluss: Manuela Schmermund präsentierte den Besuchern ihre Silbermedaille, ein echtes Schwergewicht: „Das ist die Größte und Schwerste, die ich je errungen habe. Sie soll aus echtem Silber sein.“ (vk)

Von Herbert Vöckel

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