Burgfest auf Hessens größter Höhenburg lockte mit Vorführungen und Verkaufsständen

Reise in die Zeit der Ritter

Unterhaltung garantiert: Auf dem Burggelände boten die Schausteller immer wieder authentische Gesänge und musikalische Darbietungen. Fotos: Wagner

Breitenbach/H. Der Duft von wärmenden Feuerstellen liegt in der Luft, in der Ferne ertönt der Klang eines Harfenspiels und Männer und Frauen in mittelalterlichen Gewändern und Ritterrüstungen säumen die Wege, die zur altehrwürdigen Burg Herzberg hinauf führen. Wie in eine längst vergangene Zeit zurück versetzt fühlten sich die Besucher des zweitägigen großen Burgfestes, das am vergangenen Wochenende Interessierte jeden Alters mit Vorführungen, Verkaufsständen und traditionell zubereiteten Leckereien lockte.

Wie die alten Ägypter

An einem Webstuhl unter einem vor Nässe schützenden Zeltdach sitzt „Burgfräulein“ Veronika zu Wonenbach und demonstriert neugierigen Besuchern das sogenannte „Brettchenweben“, eine Technik, die viele tausend Jahre alt ist und bereits in der Zeit der alten Ägypter Verwendung fand. „Damals wurden die kleinen Brettchen, die die verschiedenen Fäden spannen, aus Knochen oder Metall hergestellt“, erklärt Veronika zu Wonenbach, die sich eigens für das Burgfest eine mittelalterliche Version ihres bürgerlichen Namens zugelegt hat. „Auch in Skandinavien wurde die Technik des Brettchenwebens in früheren Zeiten eingesetzt“, erklärt sie weiter und webt dabei geschickt ein farbenfrohes Band.

Wie im 13. Jahrhundert

Im Vorhof der Burg verwandeln sich die vierjährige Johanna Gemmer und ihre drei Jahre ältere Schwester Sarah wenig später in echte Burgfräulein und tragen stolz jeweils einen farbenfrohen mittelalterlichen Stirnreif mit angenähtem Schleier. In der „Gewandstube“ gibt es neben dem besonders bei Mädchen beliebten Haarschmuck außerdem traditionelle Kleider zu kaufen, die jeden Besucher des Festes in einen waschechten Ritter verwandeln können. Nebenan bietet ein Knappe Lavendel aus der Provence in kleinen Duftsäckchen an, der seinen wohltuenden Duft bis zu zwei Jahre versprühen soll.

Neben zahlreichen Ständen, an denen den Festbesuchern handwerkliche Erzeugnisse wie Werkzeug aus Holz und Metall, Schwerter, Schmuck und Kleidung zum Verkauf angeboten wurde, bot das Burgfest mehrere Demonstrationen und Aktivitäten an, die das mittelalterliche Leben auf der Burg Herzberg im 13. Jahrhundert darstellen

Bogenschießen und Kampf.

So fanden unter anderem ein Turnier im Bogenschießen und ein Kampftraining statt, zu dem Groß und Klein gleichermaßen eingeladen waren. Außerdem lud ein Harfenkonzert in der Kapelle der Burg zum Zuhören ein und ein Karussell sorgte für leuchtende Augen bei den kleinen Besuchern, die sich ein paar Stun-den wie echte Ritter, Knappen oder Burgfräulein fühlen durften.

Von Nicole Wagner

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