Laienspielgruppe Fidelius auf Spuren des Reformators unterwegs durch Zeit und Raum

Reise auf dem Lutherweg

Reichlich Beifall ernteten die Mitglieder der Laiengruppe Fidelius am Dienstagabend in der evangelischen Kirche in Niederaula für die Aufführung des unorthodoxen Spektakels „Und wenn die Welt voll Teufel wär’“ . Foto: Löwenberger

Niederaula. Der Zeitpunkt für die Premiere des Spektakels rund um Ablass und Reformation am Dienstagabend in der fast voll besetzten Kirche zu Niederaula war gut gewählt, am 18. Februar vor 468 Jahren auf den Tag genau ist Martin Luther gestorben.

Inhalt der Darbietung „Und wenn die Welt voll Teufel wär“ ist, wie auch der Untertitel verrät, „Luthers gefährliche Reise nach Worms“. Zur Erinnerung: Wegen seiner reformatorischen und ketzerischen Schriften stand Luther am 17. April 1521 vor dem Reichstag zu Worms. Hier wurde er einen Tag nachdem er die viel zitierten Worte „Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen.“ gesprochen hatte, als vogelfrei erklärt.

Schauspiel und Reportage

In einer Mischung aus Schauspiel, Dokumentation und Reportage zeigte die Laiengruppe Fidelius Luthers Weg von Eisenach nach Worms und zurück bis zu seinem Stübchen auf der Wartburg, wo er als Junker Jörg bekanntermaßen das Neue Testament aus dem griechischen in die deutsche Sprache übersetzte. Die Art der Darstellung und eine umfangreiche Bilderschau wechselten dabei immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Darstellungen ehemaliger Klöster, gefährlicher Hohlwege und totbringenden Furten konkurrierten mit Bildern von Windrädern im Vogelsberg, der Skyline Frankfurts oder Flugzeugen am blauen Himmel. Die Beschwerlichkeiten und die Gefahren der Reisen zu Zeiten Luthers wurden dem Zuschauer ebenso nahe gebracht, wie die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten auf dem Weg, der auch durch Bad Hersfeld, Niederaula und Breitenbach mit der Burg Herzberg führt. Und Letzteres ist durchaus gewollt.

„Wir wollen mit dieser Darbietung Werbung für den Lutherweg machen“, gibt Dr. Reiner Cornelius, der das Stück geschrieben hat, unumwunden zu. Spätestens bis 2017 soll die rund 330 Kilometer lange Strecke zwischen Eisenach und Worms als Pilgerweg für Wanderer und Radfahrer ausgewiesen werden, und um dieses Vorhaben zu unterstützen wird das „Lutherweg-Spektakel mit Bildern und Musik“ demnächst auch noch an anderen Orten entlang der Route zu sehen sein. Teilweise mit Mitgliedern der Laiengruppe Fidelius, teilweise aber auch mit jeweils ortsansässigen Protagonisten. (lö)

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