Aktionstag im Rotkäppchenland wurde schlichtweg weggewaschen

Regen statt Radspaß

Nur noch ein Ziel hatten Jaden und Justin Lieberum, Winfried Kraus und Papa Christoph Lieberum (von links) am Sonntagnachmittag auf dem fast menschenleeren Platz vor dem alten Bahnhof in Oberaula: Raus aus den nassen Klamotten und unter die heiße Dusche.

Kirchheim/Oberaula. „Bei dem Wetter schickt man keinen Hund auf die Straße“ sagt ein deutscher Spruch. „It’s raining Cats and Dogs“ (wörtlich: Es regnet Katzen und Hunde) sagen die Engländer. Kurz gesagt es war einfach Sch..wetter am Sonntag -– anders kann man es nicht nennen.

Mehr als 5000 Radfahrer hatten im vergangenen Jahr laut Veranstalter am Radspaß im Rotkäppchenland zwischen Schwalmstadt und Niederaula teilgenommen, mindestens 4900 davon hatten am Sonntagmorgen beim Blick aus dem Fenster offenbar beschlossen, in diesem Jahr zu Hause zu bleiben. Nicht ein Fahrrad war vor der Kirchheimer Scheune an der Aula zu sehen. Auf dem Radweg zwischen Niederaula und Oberaula kämpften zwei einsame Pedalritter tapfer gegen Wind und Regen. In Oberaula gab es auf dem fast verwaisten Platz vor dem alten Bahnhof immerhin heißen Kaffee und Kuchen. Die vier hier angetroffenen Radler hatten allerdings nur noch zwei Ziele: Raus aus den nassen Klamotten und rein in die heiße Badewanne.

Ähnlich sah es am ehemaligen Bahnhof in Olberode, dem höchsten Punkt der Strecke, aus. Hier wurden neben Kaffee und Kuchen auch noch Bratwurst und Bier, und – man mag es kaum glauben – auch noch Eis angeboten. Speiseeis. Nein, die Piste war aber nicht gefroren und bei immerhin fünf Grad Plus lag auch kein Schnee. Stattdessen stand knöcheltief im Schlamm, wer von den provisorisch befestigten Pfaden abkam. Rund ein Dutzend Radfahrer hatten die Olberöder bis zum späten Nachmittag mit Pommes und Bratwurst immerhin erfreuen dürfen.

Prominenz unterm Schirm

Auch schon am Vormittag hatte in Treysa die Prominenz bei der offiziellen Eröffnung des dritten und letzten Teilstückes des Bahnradweges zwischen Neukirchen-Riebelsdorf und Schwalmstadt-Treysa den Regenschirm dem Fahrrad vorgezogen. Zwar waren alle Stempelstationen besetzt, wie die Geschäftsführerin des Tourismusservice Rotkäppchenland, Heidrun Englisch, erklärte. Viele Angebote waren allerdings komplett gestrichen oder irgendwie „unter"s Dach“ verlegt worden.

Überraschend war das „Sauwetter“ allerdings nicht. Spätestens seit Donnerstag war ziemlich sicher, dass der Sonntag total verregnet und sehr kalt werden würde. Unwetterwarnungen und die Gefahr von Überschwemmungen durch langanhaltende Regenfälle waren von den Meteorologen vorhergesagt. Jetzt überlegen die Verantwortlichen des Rotkäppchenlandes, ob sie den Radspaß nach den Sommerferien noch einmal neu auflegen.

Von Bernd Löwenberger

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