Anonyme Anzeige und Einsatz wegen angeblich illegal vergrabener Kadaver

Polizei suchte tote Rinder

Auf der Suche nach acht toten Rindern: Nach einer anonymen Anzeige suchten Polizisten am 5. Februar nach illegal vergrabenen Tierkadavern. Fündig wurden die Beamten nicht. Foto: nh

Oberaula. Ein großer Polizeieinsatz in einem landwirtschaftlichen Betrieb in einem Ortsteil von Oberaula sorgt mehr als drei Monate später noch immer für Unruhe in der Gemeinde.

Auf eine anonyme Anzeige, dass auf dem Gelände bis zu acht tote Tiere vergraben seien, waren die Beamten mit schwerem Gerät zu dem Gehöft ausgerückt und hatten nach den Kadavern gesucht. Außer anderen Abfällen und zwei Rinderknochen fanden die Beamten dabei aber nichts, was auf die Existenz der toten Tiere auf dem Gelände hindeutete.

Wie die Sprecher der Saatsanwaltschaft Marburg und des Amtsgerichts Schwalmstadt bestätigen, wurden die Ermittlungen gegen die in der anonymen Anzeige Beschuldigten mittlerweile eingestellt. Gegen einen Beteiligten wurde per Strafbefehl eine Geldbuße wegen unerlaubter Beseitigung anderer Abfälle verhängt. Zu denen, die in der Anzeige beschuldigt worden waren, die toten Tiere vergraben zu haben, gehört der Wahlshäuser Baggerunternehmer Karl Ickler.

Im Auftrag des Landwirtes hatte Ickler im vergangenen November mit dem Radlader Mist und Futterreste, die sich in den Stallungen türmten, ins Freie geräumt. Das, betont Ickler, sei in Absprache mit dem Veterinäramt geschehen. Tote Rinder habe er an diesem Tage auf dem Betrieb keine gesehen und somit auch nicht vergraben, beteuert er. Das Verfahren gegen Ickler ist mittlerweile eingestellt.

Durch die Anzeige und den großen Polizeieinsatz sieht der Unternehmer den Ruf seines Betriebes aber massiv geschädigt. Nach eigenem Bekunden hat Ickler mittlerweile Hinweise darauf, von wem die Anzeige gegen ihn stamme. Gegen den Urheber der Anschuldigungen will Ickler nun vorgehen.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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