Kirchheimer Axel von Baumbach besuchte Moskau und übt Kritik an EU und Nato

Partnerschaft statt Sanktionen

Besuchte Moskau: Forstassessor Axel von Baumbach aus Kirchheim. Foto: nh

Kirchheim. „Das gute und partnerschaftliche deutsch-russische Verhältnis darf nicht durch kurzsichtige politische Fehlentscheidungen gefährdet werden. Dies würde für ganz Europa schlimme Folgen haben“. Mit diesen Worten hat Axel von Baumbach, Forstassessor aus Kirchheim, im Gespräch mit seinem russischen Kontaktmann Wladimir Kosterin im Moskauer Hotel „Leningradskaya“ die Politik Deutschlands und der EU gegenüber Rußland im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ukraine kritisiert.

Spontan hatte sich der 45 jährige Kirchheimer nach eigenen Angaben zu einem fünftägigen Besuch der russischen Hauptstadt entschlossen, um sich vor Ort einen Eindruck von der Stimmung der Bevölkerung angesichts der in westlichen Medien vorherrschenden antirussischen Haltung zu verschaffen.

„Ich betrachte nicht erst seit Beginn der ukrainischen Krise mit Unbehagen die Voreingenommenheit und einseitige Parteinahme der sogenannten Qualitäts- und Leitmedien in Deutschland. TV und Presse zeichnen ein Zerrbild der russischen Gesellschaft und Politik, welches der Wirklichkeit nicht entspricht“, sagt von Baumbach.

Sein russischer Partner Wladimir Kosterin sagt: „Im unserem Volk nimmt die Enttäuschung und Verbitterung über die Politik der EU-Staaten und insbesondere der Nato zu. Ohne Rücksicht auf oder auch nur Verständnis für elementare russische Sicherheitsinteressen versucht die Nato ihren Einflußbereich immer weiter in Richtung Ost- und Südosteuropa auszudehnen. Wir empfinden insbesondere die Einmischung außereuropäischer Mächte in originär europäische Belange als schädlich für das friedliche Zusammenleben unserer Völker. Nicht zuletzt aufgrund dieser Entwicklung unterstützt die große Mehrheit der Russen die Politik unserer Regierung. Nach unser Überzeugung ist es vor allem Russland, das trotz der Gewalt gegen russische Menschen im Osten der Ukraine Zurückhaltung übt, und auf eine Politik der Deeskalation setzt“. Kosterin ist Mitbegründer der Firma „Avanti-Consulting“, die EU- und US-Bürger bei der Beschaffung von Visa und Arbeitserlaubnissen sowie der Pflege von Kontakten zu russischen Unternehmen unterstützt.

Auch „Kleine“ enttäuscht

Auch auf dem Arbat, der berühmten alten Geschäfts- und Flaniermeile Moskaus, fand Axel von Baumbach die von Kosterin beschriebene Stimmung wieder. Besitzer kleiner Souvenirgeschäfte ließen nach Schilderung des Kirchheimers keinen Zweifel an ihrer Enttäuschung über die westliche Sanktionspolitik.

„Wir wollen zuversichtlich hoffen, dass die Scharfmacher sich nicht durchsetzen, sondern dass am Ende Vernunft und friedlicher Ausgleich siegen werden. Russland und Europa, ganz besonders aber Deutschland als einer seiner wichtigsten Handelspartner, brauchen einander“, lautet das Resümee der beiden Reserveoffiziere von Bundeswehr und russischer Armee. (red/sis)

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