Flächennutzungsplan bei Hattenbach geändert

Parlament ebnet Weg für Windkraft

Niederaula. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung aus der SPD-Fraktion haben die Niederaulaer Gemeindevertreter am Dienstagabend der Änderung des Flächennutzungsplanes zum Bau von Windkraftanlagen bei Hattenbach zugestimmt.

Damit wurde von Seiten der Gemeinde der Weg für vier Windräder nahe des Niederaulaer Ortsteils geebnet. In der vorherigen Sitzung hatten die Parlamentarier das Thema auf Antrag der Grünen-Fraktion von der Tagesordnung genommen, da sie sich von der Verwaltung zum Thema nicht ausreichend informiert sahen.

Zustimmung fand auch die mit der Planänderung verbundene zusammenfassende Erklärung über die während der öffentlichen Auslegung eingegangenen Stellungnahmen.

Nähere Informationen zur Stellungnahme der Oberen Naturschutzbehörde verlangte die Grünen-Fraktion in einer Anfrage. Laut Umweltbericht der Gemeinde werde das durch das Autobahndreieck ohnehin schon beeinträchtigte Landschaftsbild durch die Rotoren nicht weiter gestört. Dies stehe laut Oberer Naturschutzbehörde im Widerspruch zu einer Sichtbarkeitsanalyse, schrieb Grünen-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Köhler, der an der Gemeindevertretersitzung nicht teilnehmen konnte, in seiner Begründung.

Aktualisiert um 11.30 Uhr.

Die Sichtbarkeitsanalyse sei nicht Bestandteil der Flächennutzungsplanänderung, verdeutlichte Detlef Schmidt vom Büro für Freiraum- und Landschaftsplanung, der als Experte angehört wurde. Diese sei vielmehr Gegenstand des Genehmigungsverfahrens nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz, über welches das Regierungspräsidium entscheide. Im Zuge dieser Genehmigung werde auch über Ausgleichsmaßnahmen für die Windräder entschieden.

140 Meter hoch

Ohnehin machte Schmidt deutlich, dass sich die 140 Meter hohen Windräder über den Flächennutzungsplan nicht verhindern ließen. Denn zum einen lasse die bis dahin gültige Version des Plans bereits den Bau von zwei Anlagen zu. Zudem hätten Gerichte in ähnlichen Fällen bereits entschieden, dass selbst 200 Meter hohe Anlagen auf den unbefangenen Betrachter keine bedrückende Wirkung ausüben.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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