SVG-Autohof wird grundsaniert – 120 Stellplätze für Fernlastzüge fehlen

Parkplatznot in Kirchheim

Lange Schlangen: Nur die Zufahrten zu den Tankanlagen sind auf dem Kirchheimer SVG-Hof noch befahrbar. An den LKW-Zapfsäulen staut sich der Verkehr zeitweise bis auf die B 454 zurück. Foto: Löwenberger

Kirchheim. Lastwagen-Chaos herrscht seit einigen Tagen in und um Kirchheim. Anlass dafür ist die grundhafte Erneuerung der Parkplätze auf dem SVG-Autohof. Damit fehlen jetzt rund 120 Stellplätze für Brummifahrer.

Auf dem oberen Hof sind derzeit schwere Maschinen damit beschäftigt, die Asphaltdecke abzufräsen und den Unterbau auszuheben. Der untere Hof musste ebenfalls gesperrt werden. „Das Material wird hier gelagert, weil es auf mögliche Kontaminierung untersucht werden muss, bevor es abgefahren oder recycelt wird“, erklärt SVG-Vorstandsmitglied Martin Staudt. Außer der etwa 40 000 Quadratmeter großen Fläche werden die Kanäle erneuert, ein Regenrückhaltebecken und eine neue Schadstoff-Abscheideanlage installiert. Die Waschhalle soll abgerissen und an fast gleicher Stelle zweispurig neu aufgebaut werden. Bis etwa Ende August oder Anfang September werden die Bauarbeiten dauern. Bis dahin ist jeweils nur der Tankbereich für Autos und Lastwagen erreichbar.

Das führt dazu, dass sich zu Spitzenzeiten die Schlange an den Lkw-Zapfsäulen bis auf die Bundesstraße 454 zieht und sich Staus bis über die Ampelkreuzung zu den Autobahnauffahrten bilden. Fahrer, die statt abzubiegen geradeaus fahren, zwängen ihre 40-Tonner durch die engen Dorfstraßen oder müssen mehrere Kilometer fahren, bis sie einen geeigneten Platz zum Umkehren finden. Reifenspuren geben Zeugnis von gewagten, engen Wendemanövern. Besonders abends und nachts sind Straßen und Plätze zugeparkt. Stark betroffen sind die Industriestraße und der Parkplatz zwischen Jagdhof und ehemaligem Touristikservice. Hier hat die Gemeinde bereits große Felsbrocken aufgestellt. Komplett versperren kann man den Platz nicht, weil dann die Feuerwehr mit blockiert würde.

Schilder ignoriert

Verbotsschilder interessieren die Brummifahrer derzeit nicht. „Besonders schlimm ist, wenn die Laster hier drehen oder gar umpritschen. Solchen Belastungen sind die Flächen nicht gewachsen“, erklärt Helmut Diebel von der Gemeindeverwaltung. Sehr verkehrsgefährdend sei die Situation in der Industriestraße, wo zeitweise der Bürgersteig zugeparkt werde und Fußgänger auf die Fahrbahn gezwungen würden. Da hier wegen des nahen Einkaufsmarktes viele Fußgänger unterwegs seien, suche man bereits nach Lösungen den Gehweg zu verbreitern oder etwa durch Leitplanken gegen die Fahrbahn abzusichern.

„Mein Bruder war auch LKW-Fahrer“, erzählt Daniel van Gorp, Eigentümer des Motels Kirchheim, und zeigt deshalb viel Verständnis für die Trucker, die verbotenerweise die Hotelparkplätze blockieren. Einerseits will er sie nicht wegjagen, andererseits braucht er im Sommer jeden Parkplatz für die eigenen Gäste. Eine Lösung hat van Gorp noch nicht parat. Er hofft, wie viele andere Kirchheimer auch, dass sich der Engpass unter den Fahrern herumspricht und sie den SVG-Hof während der Bauarbeiten erst gar nicht mehr anfahren.

Von Bernd Löwenberger

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