Oberaulaer Parlament lehnt Fonds zur Sanierung leerstehender Häuser ab

Die Ortskerne attraktiv halten

Ibra. Nicht ganz eine Stunde benötigten die Parlamentarier der Gemeinde Oberaula am Montagabend für die erste Gemeindevertretersitzung nach der Sommerpause. Bereits nach 57 Minuten war das Pensum abgearbeitet und Parlamentsvorsteher Dieter Groß konnte die Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Ibra schließen.

Die Tagesordnung sah auf den ersten Blick zwar sehr umfangreich aus und auch der Papierberg auf den Tischen lies einen langen Abend erwarten, aber bis auf den ersten Punkt verlief die Versammlung ohne große Diskussionen fraktionsübergreifend im Konsens.

„Wir müssen uns damit beschäftigen unsere Ortskerne attraktiv zu halten“, begründete die Marianne Hühn den Antrag der SPD-Fraktion mit dem klangvollen Namen „Sonderfonds leerstehende Häuser in Oberaula“.

Demografischer Wandel

Unter anderem durch den demografischen Wandel sehen die Genossen eine zunehmende Leerstandsproblematik auf die Gemeinde zukommen, welche das Ortsbild und die dörfliche Lebens- und Wohnqualität langfristig beeinträchtigen könnte. „Die alte Mühle in Wahlshausen ist so ein exemplarisches Beispiel. Sie verfällt und verschandelt den Ortskern“, erklärte Hühn.

Aufgabe des Sonderfonds solle es sein, so die SPD, die Nutzung von leer stehenden Häusern finanziell zu fördern. Die als Einlage in den Fonds notwendigen finanziellen Mittel in Höhe von 50 000 Euro sollten jährlich von der Gemeinde Oberaula zur Verfügung gestellt werden.

„Wir sehen einen solchen Fonds als aktiven Beitrag gegen die demographische Entwicklung“, stellte die Sprecherin der SPD-Fraktion fest und verwies auf ähnliche Modelle unter anderem im Werra-Meisner-Kreis.

„Richtige Richtung“

„Die Richtlinie zielt in die richtige Richtung“, nahm der neue Fraktionsvorsitzende der CDU Alexander Erler zu der Idee zunächst freundlich Stellung, verwies aber gleichzeitig auf die bereits vorhandene Leerstandkommission und das kommunale Immobilienportal.

Defizitäre Lage

„Aufgrund der defizitären Lage sehen wir keine Möglichkeit der Umsetzung. Wir können uns eine Förderung mit 50 000 Euro nicht leisten“, so der Christdemokrat und sein Fraktionskollege Toni Soller ergänzte: „Um Fördermittel freizubekommen, müsste die Grundsteuer erhöht werden. Es wäre schwer dies dem normalen Bürger zu vermitteln.“ Mit den Stimmen der CDU wurde der Antrag der SPD abgelehnt.

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Von Matthias Haaß

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