14. Harmonikaspielertreffen in der „Scheune an der Aula“ in Kirchheim

Ohne Musi geht nix

Der Initiator des 14. Harmonikaspielertreffens Kurt Bierwirth (links) und sein Gast Andreas Beschütz eröffneten das Programm gemeinsam. Foto: Schmidl

Kirchheim. „Knopfinstrumente führen ein Schattendasein“, bedauert Kurt Bierwirth, selbst Musikant und Initiator des 14. Harmonikaspielertreffens in seiner Heimatgemeinde, das in der „Scheune an der Aula“ stattfand. Am Samstagabend rückten die wohlklingenden Instrumente in den Mittelpunkt des Geschehens.

Musiker, allesamt Laien, waren auf seine Einladung aus ganz Deutschland angereist, um gemeinsam zu musizieren und die über Jahre geknüpften Freundschaften zu pflegen. Kurt Bierwirth und seine Frau Elke besuchen regelmäßig ähnliche Treffen zum Beispiel in Klingenthal im Vogtland oder am Bodensee.

Dort haben sie auch Andreas Beschütz aus Stutensee kennengelernt, einen talentierten jungen Hobbymusiker, der seine Stücke selbst komponiert und inzwischen an seiner dritten CD arbeitet. Er beherrscht sein Instrument meisterlich.

Beim Harmonikaspielertreffen in Kirchheim steht allerdings die Freude am Musizieren im Vordergrund und die Bühne auch Anfängern zur Verfügung. Alle spielten auf ihrer steirischen Harmonika oder dem Zerrwanst mit Herzblut alpenländische Musik, Walzermelodien, Lieder von Hubert von Goisern oder den Oberkrainern, die zum Mitsingen und Schunkeln einluden.

Die handgemachte Musik von Ewald Deis aus Schenklengsfeld, die jodelnde Brunhilde Bischoff aus Frankfurt am Main oder Heinz Berens aus Oelde, mit 85 Jahren einer der ältesten Teilnehmer, begeisterten die Mitwirkenden und die Zuhörer in der voll besetzten Scheune.

80 Lebensjahre überschritten hat auch Erna Hintz aus Niederaula, ehemals die Kindergärtnerin von Heinrich Schmidt, mit dem sie auf der Bühne zünftig aufspielte. „Ohne Musi geht nix“, versicherte dann auch Paul Karges aus der Rhön, der über zweihundert Titel aus dem Stegreif vortragen könnte.

Ein Höhepunkt des abwechslungsreichen rund fünfstündigen Programms waren die Bandoneonspieler Christoph Grunert und Bernd Dietrich aus dem Erzgebirge, die die Scheune in eine Alm verwandelten – die Scheune, die Zimmermeister Günther Eckhardt aus Neuenstein vor fünfundzwanzig Jahren am neuen Standort mit aufgebaut hat. An diesem Abend war er als Musikant vor Ort.

Initiator Kurt Bierwirth bedankte sich am Ende der Veranstaltung bei all seinen Gästen für die Begeisterung und Stetigkeit, die solche Treffen erst möglich machen.

Von Gudrun Schmidl

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