Weltgebetstag mit Liedern, Bibeltexten und kulinarischen Spezialitäten aus Frankreich

Offenheit und Verständnis

Blick ins Nachbarland: Stellvertretend für die Französinnen stellen die Aktiven des Weltgebetstagsgottesdienstes (von links: Hannelore Weide-Jatho, Sigrid Reuber, Marliese Asbahr und Heidrun Braun) das Gastgeberland und die dortigen Lebensumstände vor. Foto: Urban

BREITENBACH/H. - Wie jedes Jahr Anfang März feierten am Freitag Christen in über 170 Ländern gemeinsam den Weltgebetstag – auch in zahlreichen Gemeinden in unserer Region. Dieses Jahr ließen Französinnen mit Liedern, Texten und Rezepten an der Lebenssituation in ihrer Heimat teilhaben.

In Breitenbach am Herzberg machten interessierte Frauen aus den vorgeschlagenen Informationen ein Fest für Offenheit und Verständnis, das ganz im Sinne französischer Lebensart bei vielfältigen Gaumenfreuden und angeregten Gesprächen bis in den späten Abend dauerte. Wegen der Restaurierungsarbeiten an der Breitenbacher Kirche hatte Pfarrerin Hannelore Weide-Jatho zu diesem besonderen Gottesdienst in die Michaelsburg eingeladen. Zwischen dem mit französischen Accessoires geschmückten, improvisierten Altar und einem üppigen Buffet an den Stirnseiten saßen die Besucher an zwei langen, liebevoll dekorierten Tafeln mit Getränken. Aus der Küche krochen verlockende Düfte, während die Gemeinde, unterstützt von der kleinen Combo, zum Auftakt die neuen Lieder ansang. „Bonjour“, begrüßte Weltgebetstagspräsidentin Odile aus Paris alias Heidrun Braun die Gäste.

Nacheinander stellten sie, Jeanne aus Kamerun, Greta aus Deutschland, Marguerite aus der Bretagne und andere sich, ihre Lebensumstände und ihre (neue) Heimat vor.

Als Einwanderungsland und ehemalige Kolonialmacht sind in Frankreich Integration und soziale Versorgung besonders wichtige Themen. Bunte Schals zeigten, wer in der multikulturellen Gesellschaft angekommen ist, graue Kleidung symbolisierte die Fremdheit. Rhythmische Lieder wie „Ein freundlicher Blick für alle, die suchen“, „Ein Engel für dich“ oder „Aufsteh’n, aufeinander zugeh’n“ forderten musikalisch zu Vertrauen und Offenheit gegenüber Neuem und Fremdem auf.

Lebensgeschichten

Dazwischen gewährten Bibeltexte in Verbindung mit negativen Schicksalen einen Blick auf das, „was geschieht, wenn wir nicht auf die Worte Gottes hören“, während positive Lebensgeschichten Beispiele gaben, wie in Frankreich und überall auf der Welt aus Fremden Freunde werden

Die Frage „Wer ist nicht in Breitenbach geboren?“ belegte die grenzenlose Bedeutung dieses Themas, denn es meldeten sich mehr als die Hälfte der Anwesenden.

Dass gutes Essen gute Gespräche fördert und zwischenmenschliche Türen öffnet, weiß wohl niemand besser als die Franzosen. Dementsprechend genossen Gäste und Aktive nach dem Gottesdienst den Abend gemeinsam bei französischen Leckereien wie Bœuf Bourgogne, Kaninchen in Sahnesoße, Lammtopf, Ratatouille, Salaten, Apfeltarte, Mousse au Chocolat und vielem mehr.

Von Dagmar Urban

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