Gemeinde stellt ersten Entwurf für Leitbild vor – Weitere Ausarbeitung in den Gremien

Oberaula will Wohlfühlort sein

Ein Wohlfühlort für Einwohner und Gäste: Ein erster Entwurf für das neue Leitbild von Oberaula wurde jetzt vorgestellt. Archivfoto: Löwenberger

Oberaula. Die Gemeinde Oberaula versteht sich selbst als Wohlfühlort und möchte sich als solcher auch Einheimischen und Gästen präsentieren. Das ist eine der Kernthesen des ersten Entwurfes für das neue Leitbild des Luftkurortes, den der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Dieter Groß, am Montagabend während einer Bürgerversammlung vorstellte.

Den Entschluss, ein solches Leitbild aufzustellen, hatte die Gemeindevertretung bereits im August 2009 gefasst. Studenten der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung hatten daraufhin die Bewohner befragt. Der überwiegende Teil der Oberaulaer gab dabei an, gerne in dem Luftkurort zu leben und sich wohlzufühlen. „Wie sehen wir uns?“, „Wie sehen uns unsere Gäste?“, und „Welches Bild wollen wir nach außen darstellen, wie agieren wir und wie kommunizieren wir mit Externen?“ – diese Fragen hätten die Grundlage gebildet, erläuterte Groß. Darauf aufbauend will Oberaula künftig Prioritäten setzen für das Wohlbefinden der Menschen in der Gemeinde und die Ausprägung eines Wir-Gefühls

„Insbesondere die Ortsteile haben ein stark ausgeprägtes Wir-Gefühl. Das gilt es zu stärken und auf unsere Gäste zu übertragen“, betonte Groß. Weiterhin schreibt sich die Gemeinde nach dem Entwurf die Integration neuer Mitbürger und den Erhalt von Arbeitsplätzen, Förderung und Unterstützung von Handel, Handwerk und Gewerbe in ihrem Aufbau und Fortbestand unter Berücksichtigung bezahlbarer Gewerbesteuersätze auf die Fahnen. „Es hat keinen Wert zu versuchen, Großindustrie in Oberaula anzusiedeln. Dieser Zug ist abgefahren“, gab Dieter Groß zu bedenken. Erhalt und Ausbau von Infrastruktur, intakter Umwelt, traditioneller Land- und Forstwirtschaft sowie die Nutzung erneuerbarer Energien gehören ebenso zu den Zielsetzungen, wie der Fremdenverkehr als Aushängeschild der Gemeinde.

Bürgernähe groß schreiben

„Beim Fremdenverkehr waren wir schonmal besser“, merkte der Parlamentspräsident selbstkritisch an. Auch Bürgernähe soll groß geschrieben werden. Dazu zählten neben Bürgersprechstunden und Öffentlichkeitsarbeit, der Komission Oberaulaer Häuser und dem Verein Gemeinsam für Oberaula, der am Donnerstag gegründet werden soll, auch Bürgerversammlungen. „Auch wenn es manchmal schwierig ist, dafür ein Thema zu finden, das die Menschen interessiert“, sagte Groß mit Blick auf die nur 15 erschienenen Zuhörer.

Bevor er von der Gemeindevertretung endgültig beschlossen wird, soll der Leitbildentwurf in den kommenden Monaten in den Gremien und Ausschüssen weiterentwickelt werden. Um ein starres Konzept wird es sich auch danach nicht handeln. Vielmehr solle regelmäßig überprüft werden, ob es weiterer Anstrengungen bedürfe, um die gesteckten Zeile zu erreichen. Aber auch, ob es noch sinnvoll sei, an einzelnen Zielsetzungen festzuhalten.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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