Auf mehrjährige Haftstrafen für Hautpangeklagte verständigt

Nutella-Bande: Überraschung zum Prozess-Auftakt

Fulda/Niederaula. Der Prozess gegen die sogenannte Nutella-Bande hat am Donnerstag vor dem Landgericht Fulda mit einer Überraschung begonnen. Gleich nach der Verlesung der Anklage teilte das Landgericht mit, die Prozessbeteiligten hätten sich im Vorfeld verständigt.

Demnach erklären sich die Verteidiger mit folgenden Strafen einverstanden: sechs Jahre Haft für den 37-jährigen Hauptangeklagten, bis zu fünfeinhalb Jahre Haft für einen 36-Jährigen, eine Strafe unter vier Jahren Haft für einen 35-Jährigen und Bewährungsstrafen für zwei mitangeklagte Ehefrauen. Voraussetzung seien qualifizierte Geständnisse, sagte der Richter.

Die fünf Angeklagten sollen zwischen Herbst 2012 und Mai 2013 in Osthessen zahlreiche Lkw-Anhänger aufgebrochen und Diebesgut im Gesamtwert von 680 000 Euro gestohlen haben, um es zu verkaufen. Darunter sollen auch 2500 Nutella-Gläser im Wert von 16 000 Euro gewesen sein. Am 2. Mai 2013 hatte die Polizei in Niederaula vier der Angeklagten auf frischer Tat ertappt, als sie die Nutella-Gläser in einen Kleintransporter umluden, um sie an einen Komplizen zu verkaufen (unsere Zeitung berichtete).

Bei Hausdurchsuchungen in Nüsttal und Schlitz fanden die Beamten die Beute aus rund 50 Diebstählen: darunter Damenschuhe im Wert von 45 000 Euro, Jeans für 55 000 Euro, Designerhandtaschen für 32 000 Euro, Sicherheitsschuhe, Berufsbekleidung sowie Garten- und Elektrogeräte. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, die Gegenstände entweder selbst entwendet oder sich von Dieben verschafft zu haben. Angeklagt sind zwei Ehepaare und ein Bekannter aus den Landkreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg. Die drei Männer sollen die Beute besorgt haben; die beiden Frauen sollen die Ware katalogisiert und im Internet zum Verkauf angeboten haben.

Der Hauptangeklagte soll zudem mit Drogen gehandelt und Kriegswaffen besessen haben: voll funktionsfähige Handgranaten, Sprengstoff, eine Zündschnur und ein halbautomatisches Selbstlade-Gewehr mit Patronen. Eine zweite Anklage wirft dem 37-Jährigen vor, zwei Männer angeheuert zu haben, um einem Mann gewaltsam 5000 Euro abzupressen. (dpa)

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