Noch Fragen zum Forsthaus

Gemeindevertreter vertagen Verkauf des Niederaulaer Gemeinschaftszentrums 

Könnte den Besitzer wechseln: Zum Niederaulaer Gemeinschaftszentrum gehört das historische Forsthaus (rechst) und dem Anfang der 1980er Jahre eröffneten Mehrzweckgebäude mit Saal (links). Die Entscheidung über einen Verkauf des Komplexes haben die Gemeindevertreter verschoben. Foto: Eisenberg

Niederaula. Das Gemeinschaftszentrum in der Ortsmitte von Niederaula bleibt vorerst im Besitz der Marktgemeinde. Eigentlich sollte die Gemeindevertretung, die am Donnerstagabend in diesem Gebäudekomplex tagte, über den Verkauf entscheiden. Dieser Punkt wurde jedoch kurzfristig von der Tagesordnung gestrichen.

Nach Auskunft von Bürgermeister Thomas Rohrbach plant die Gemeinde, die Immobilie an den langjährigen Pächter zu veräußern. Der Komplex besteht aus dem denkmalgeschützten ehemaligen Forsthaus und einem Anfang der 1980er Jahre fertiggestellten Neubau. Dazu gehören unter anderem zwei Wohnungen, Gaststätte und Saal, nicht aber die Sparkassen-Filiale, welche die Gemeinde bereits vor einigen Jahren verkauft hat. Nach Einschätzung des Bürgermeisters besteht im Gemeinschaftszentrum erheblicher Sanierungsbedarf.

Über das Kaufangebot des Pächters sollte eigentlich im nicht öffentlichen Teil der Sitzung entschieden werden – was bei Grundstücksgeschäften aus Rücksicht auf die Interessen des potenziellen Käufers üblich ist. Die Grünen-Fraktion beantragte allerdings zu Beginn der Sitzung eine Vertagung. Ein Gebäude-Gutachten sei den Gemeindevertretern erst am Vortag zugestellt worden, deshalb habe die Zeit gefehlt, sich damit auseinanderzusetzen, argumentierte Iris Nuhn. Die Rechte an dem Gutachten lägen nicht bei der Gemeinde, sondern bei der finanzierenden Bank, entgegnete Bürgermeister Rohrbach. Es sei also nicht Entscheidungsgrundlage. „Normalerweise säßen wir ganz ohne hier“, verdeutlichte der Rathauschef.

Sitzung unterbrochen

Nach einer Sitzungsunterbrechung sprach sich auch die SPD für eine Vertagung aus – mit der ergänzenden Bestimmung, dass der Gemeindevorstand entscheidet, wann das Thema wieder auf der Tagesordnung kommt. „Wir wollen noch einmal im größeren Rahmen diskutieren“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Bernhard Hirschbrich mit Blick in die Runde. Am Tisch der CDU hatten an diesem Abend nur zwei Gemeindevertreter Platz genommen, beide Sitze der AfD blieben erneut komplett leer.

„Ich finde es nicht in Ordnung, dass dieses hohe Haus nicht die Diskussion sucht“, kommentierte Bürgermeister Thomas Rohrbach die Entscheidung der Gemeindevertreter. „Dem Kaufinteressenten gegenüber wäre es fairer gewesen, das Thema zumindest noch einmal in die Ausschüsse zu geben“, beklagte der Rathauschef. Rohrbach will deshalb einen zusätzlichen Sitzungstermin noch in diesem Jahr beantragen, bei dem der Verkauf erneut auf der Tagesordnung steht.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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