Wahlshausen bekommt ein neues Dorfgemeinschaftshaus – Vereine als Träger

Neues Haus statt Anger

Baupläne: Wahlshausens stellvertretender Ortsvorsteher Heinrich Richardt, der Sprecher des Arbeitskreises Dorferneuerung Edgar Korth und Ortsvorsteher Walter Berg präsentieren die ersten Entwürfe für den Neubau des Dorfgemeinschaftshauses Wahlshausen. Das Gebäude im Hintergrund soll abgerissen werden. Foto: Eisenberg

Wahlshausen. Der Oberaulaer Ortsteil Wahlshausen soll ein neues Dorfgemeinschaftshaus bekommen. Den Grundsatzbeschluss hat das Gemeindeparlament am Montagabend während seiner Sitzung in Olberode gefasst.

Nach ersten Entwürfen eines Architektenbüros soll das bisher als Dorfgemeinschaftshaus genutzte neue Schulgebäude am Bahnhofsweg abgerissen und durch einen eingeschossigen Neubau ersetzt werden. Dafür sind Baukosten in Höhe von maximal 460 000 Euro vorgesehen. Bedenken, in Zeiten knapper Kassen und sinkender Einwohnerzahlen ein neues Dorfgemeinschaftshaus zu bauen, hatte Bürgermeister Klaus Wagner (CDU) vor der Abstimmung den hohen Sanierungsbedarf, die fehlende Wärmedämmung und die mangelnde Barrierefreiheit des bisherigen Gebäudes gegenübergestellt. Während der Dorferneuerung sei im Ortskern mit dem Haus der Generationen im alten Schulhaus ein Schmuckstück entstanden. Was diesem fehle, sei ein Saal. Dieser könne nun mit dem Neubau einige hundert Meter entfernt entstehen – mit dem Vorteil, dass dort ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen. Auch die guten Belegungszahlen des bisherigen Dorfgemeinschaftshauses rechtfertigen nach Wagners Ansicht den Neubau.

Für die Sanierung oder den Neubau des Dorfgemeinschaftshauses während der Dorferneuerung waren ursprünglich 310 000 Euro vorgesehen. Einer Umwidmung von 70 000 Euro Fördergeld hat die Wirtschaftsbank Hessen bereits zugestimmt, zudem haben sich die Richtlinien geändert, sodass das Land 75 Prozent der Netto-Baukosten übernehmen wird. Für die Gemeinde bleibt demnach ein Eigenanteil von 167 200 Euro.

Eigenleistung

Durch Eigenleistung der Wahlshäuser im Wert von bis zu 48 500 Euro soll dieser Betrag weiter verringert werden. Bereits beim Haus der Generationen hatte die Bevölkerung angepackt. Zudem verzichten die Wahlshäuser auf den ursprünglich angedachten Umbau des Sportplatzes zum „Anger der Generationen“. Neue Wege will die Gemeinde auch bei der Trägerschaft gehen, die von einer örtlichen Gruppe oder einen Verein übernommen werden soll.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Toni Soller hatte zwar auf die leere Gemeindekassen verwiesen, dem stehe aber ein hoher Anteil Eigenleistung gegenüber. „Wer, wenn nicht ihr, kann das schaffen“, sagte Soller an die zahlreichen Wahlshäuser im Publikum gerichtet. Marianne Hühn (SPD) sprach sich für eine Gleichbehandlung der Ortsteile aus, für die eine Trägerschaft durch Vereine ebenfalls angestrebt werden solle. Diese Empfehlung gab auch der Haupt- und Finanzausschuss; die Beschlussvorlage wurde entsprechend erweitert.

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Von Jan-Christoph Eisenberg

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