Hephata investiert 3,6 Millionen Euro für Menschen mit besonderem Hilfebedarf

Ein Neubau im Burggarten

In zentraler Lage: Auf dieser Fläche im Breitenbacher Burggarten will die Hephata-Diakonie ein Wohnpflegeheim errichten. Im Vordergrund Kurt Dörrbeck, Leiter des Hephata-Geschäftsbereiches Soziale Rehabilitation mit dem Modell des Gebäudes. Fotos: Eisenberg

Breitenbach/h. Der Bauplatz liegt im Herzen von Breitenbach und ist dennoch von Grün umgeben: Im Neubaugebiet Burggarten plant die Hephata-Diakonie den Bau eines Wohnpflegeheims. 36 Menschen sollen dort einziehen, die eine psychische Krankheit, eine seelische Behinderung oder eine Abhängigkeitserkrankung haben und zudem pflegebedürftig sind.

Noch in diesem Jahr werden laut Kurt Dörrbeck, Leiter des Hephata-Geschäftsbereiches Soziale Rehabilitation, die Bauarbeiten beginnen. Die Grundsteinlegung ist für den Juli geplant, im Oktober 2014 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Für rund 3,6 Millionen Euro wird im Burggarten ein eingeschossiges Gebäude mit 36 Einzelzimmern in vier Wohngruppen gebaut. Mit 720 000 Euro wird das Projekt vom Land bezuschusst. Durch die eingeschossige Bauweise soll jedes Zimmer einen direkten Zugang zum Garten bekommen. Der Entwurf stammt von einem Darmstädter Architektenbüro, welches sich in einem Architektenwettbewerb durchgesetzt hat. Für das Grundstück hat Hephata mit der Gemeinde einen Erbpachtvertrag geschlossen.

„Das Gelände wird nicht eingezäunt oder abgeschottet“, kündigt Kurt Dörrbeck an. Inklusion sei ein zentraler Aspekt für das Konzept des Wohnpflegeheims. Daher solle ein öffentlich zugänglicher Weg durch den Garten führen und im Eingangsbereich eine Cafeteria entstehen, die auch von der Bevölkerung besucht werden kann. Dort möchte Dörrbeck auch öffentliche Veranstaltungen wie Filmvorführungen etablieren.

„Früher wurden pflegebedürftige psychisch kranke Menschen meist in Altenpflegeheimen untergebracht“, erklärt Kurt Dörrbeck. Die Menschen seien jedoch in der Regel deutlich jünger als 65 Jahre alt und deshalb in Altenheimen fehl am Platz.

In Breitenbach entsteht daher eine stationäre Fachpflegeeinrichtung, deren Einzugsbereich den mittelhessischen Raum umfasst. „Von einem normalen Pflegeheim unterscheiden wir uns durch tagesstrukturierende Angebote wie Ergotherapie“, erläutert Dörrbeck. Finanziert würden diese über den Landeswohlfahrtsverband.

Mitten im Ort: Das Modell des eingeschossigen Wohnpflegeheims, das im Breitenbacher Burggarten entstehen soll.

Für den Standort in Breitenbach habe sich die evangelische Wohlfahrtsorganisation mit Hauptsitz in Schwalmstadt wegen der zentralen Lage des Burggartens entschieden. Das Ansinnen sei von der Kommunalpolitik unterstützt worden, berichtet Dörrbeck. Und auch in der Bevölkerung gebe es nach seiner Wahrnehmung keine Vorbehalte gegen das Projekt. Schließlich betreibe Hephata schon seit 1981 im Ortsteil Oberjossa das Herzberghaus, eine Rehabilitationseinrichtung für Suchtkranke. Wenn das neue Wohnpflegeheim in Betrieb geht, sollen dort bis zu 15 neue Arbeitsplätze entstehen.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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