Harmonikaspieler aus ganz Deutschland trafen sich in der Kirchheimer Scheune

Musik auf Knopfdruck

Zum 15. Mal hatte Kurt Bierwirth (links) am vergangenen Wochenende zu einem Treffen der Harmonika Freunde in die Scheune an der Aula eingeladen. 24 Hobbymusiker waren gekommen und bereiteten sich und ihren Gästen einen heiter-besinnlichen musikalischen Samstagabend. Foto: Löwenberger

Kirchheim. „Unplugged“ sagt man heute neudeutsch, wenn ohne Verstärker und sonstigen elektronischen Schnickschnack musiziert wird. Und so spielten am Samstagabend zwei Dutzend Ziehharmonikaspieler in Kirchheim auf.

Zum 15. Mal hatten Elke und Kurt Bierwirth zum Treffen der Freunde des Knopfinstrumentes in die Scheune an der Aula eingeladen und Hobbymusiker fast aus ganz Deutschland waren der Einladung gefolgt. Erstmals in diesem Jahr waren auch Spieler aus dem Ebsdorfer Grund angereist, worüber sich die Veranstalter besonders freuten.

Fast schon Profis

Gegen 18.30 Uhr begann der offizielle Teil und alle Musikanten hatten zunächst die Möglichkeit, sich mit zwei Stücken vorzustellen. „Manche sind fast schon Profimusiker, manche greifen eher selten zu ihrem Instrument“, hatte Bierwirth im Vorfeld erklärt. Entsprechend breit gefächert war die Qualität der Beiträge.

Im Vordergrund aber stünde die Freude am Spielen, da gehörten hier und da auch ein paar kleine Fehler oder Disharmonien dazu, und schließlich spiele man ja live und ohne Netz und doppelten Boden, erläuterte Bierwirth weiter.

Breit gefächert war auch das Repertoire der Spieler, das weit über Volksmusik hinaus bis zum Evergreen, modernen Schlager oder Pop reichte. Besondere Beachtung fanden drei Bandoneon-Spieler aus Stollberg im Erzgebirge.

Diese Abwandlung der Ziehharmonika oder der „steirischen Harmonika“, die von den meisten anderen gespielt wurde, hat die Knöpfe an den Stirnseite, ist besonders schwer zu spielen und eignet sich angeblich besonders für den Tango, weshalb sie in Südamerika weit verbreitet ist. „Ganz Argentinien ist voll mit Bandoneas“, scherzte Bertold Schmidt, der die Vorstellung des Instrumentes übernommen hatte.

Nachdem der in zwei Spielblöcke aufgeteilte offizielle Teil zu Ende gegangen war, war noch lange nicht Schluss mit der Musik. Immer wieder fanden sich die Musiker in neuen Kombinationen zusammen, um als Duos oder als ganzes „Orchester“ die Scheune zum Schwingen zu bringen.

Für die Teilnehmer beschränkte sich das Treffen nicht auf den Samstagabend. Über das gesamte Wochenende waren viele von ihnen nach Kirchheim gekommen, um schon am Freitag oder noch am Sonntag an einem abwechslungsreichen, von den Bierwirths erstellten Programm mit Musik und Ausflügen teil zu nehmen.

Von Bernd Löwenberger

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