Um knapp 500 Quadratmeter soll der Rewe-Markt in Oberaula erweitert werden

Möglicher Anbau spaltet

Soll erweitert werden, nicht alle finden das gut: Blick auf den Rewe-Markt in Oberaula. Foto: Haaß

Friedigerode/Oberaula Der Rewe-Markt in Oberaula soll um 470 Quadratmeter Verkaufsfläche vergrößert werden. Die Gemeindevertreter setzten sich in ihrer Sitzung in Friedigerode erstmals mit dem Thema auseinander und fassten mit der Aufstellung der fünften Änderung des Bebauungsplans „Fronacker und Wolfshecke“ eine Art Grundsatzbeschluss.

Parlamentsvorsitzender Dieter Groß zeigte sich sichtlich erfreut: Der Tagesordnungspunkt stieß auf großes Interesse und die vorhandenenen Stühle reichten für die vielen Zuhörer gar nicht aus.

Mit der Erweiterung möchte Rewe laut Beschlussvorlage seinen Standort in Oberaula grundlegend modernisieren. Ziel sei es, Verkaufsfläche für Markenartikel und die zahlreichen Eigenmarken zu gewinnen.

Neben einem größeren Lager soll in den Zweckbau auch ein Frischebereich mit Küche integriert werden. Direkt neben dem bestehenden Markt besitzt der Handelskonzern bereits ein Grundstück, welches für den Anbau genutzt werden soll.

Sachliche Diskussion

Die Diskussion im Parlament verlief sachlich. Schon von Anfang an wurde deutlich, dass beide Fraktionen dem Vorhaben wohlwollend gegenüberstehen. Die von so manchem Besucher erhoffte kontroverse Diskussion fand nicht statt. Lediglich Rolf Stiebing von der CDU kritisierte das Bauvorhaben und verwies auf Neukirchen und Frielendorf. Die Ansiedlung von großen Märkten habe dort zu Leerstand geführt, welcher jetzt mit öffentlichen Mitteln bekämpft werden müsse. „Die Leidtragenden werden auch in Oberaula die kleinen Läden sein“, sagte der Diplom-Kaufmann.

Wohnortnahe Versorgung

Für Marianne Hühn (SPD) überwogen eindeutig die positiven Aspekte. Ziel müsse es sein, die wohnortnahe Versorgung mit Dingen des alltäglichen Bedarfs langfristig sicherzustellen. „Mit Sicherheit wird die Erweiterung einen neuen Markt verhindern“, stellte die Sozialdemokratin klar und verwies dabei auf den vor einigen Jahren in der Kerngemeinde geplanten Norma-Markt, welcher eine wesentlich größere Konkurrenz für die vorhandenen Märkte gewesen wäre.

Man habe innerhalb der Fraktion das Thema sehr kontrovers diskutiert, sagte auch Alexander Erler von der CDU. Letztendlich sei aber in seiner Fraktion die Waagschale in Richtung Zustimmung geneigt: „Die Mehrheit hat sich für die Erweiterung ausgesprochen, um einen großen Markt zu verhindern.“

Grundsätzlich positiv

Mit elf Ja-Stimmen, fünf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen stimmten Oberaulas Kommunalpolitiker für den auf Initiative von Dieter Groß erweiterten Beschlussvorschlag. Der erste Schritt für die Rewe-Erweiterung ist damit getan. Darüber hinaus wird die Gemeindevertretung Erweiterungswünschen bestehender Märkte zunächst erst einmal grundsätzlich positiv gegenüberstehen, um die Chancengleichheit zu wahren.

Von Matthias Haaß

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